Berlin : DER PARTYORGANISATOR

Wie viele Besucher zur Party am Brandenburger Tor kommen, hängt vor allem vom Wetter ab. Wir rechnen dieses Jahr mit knapp einer Million. Regen wäre schade, Schnee ab dem 30. Dezember wünschenswert, nur nicht vorher. Daher checken meine Mitarbeiter fast täglich die Wettervorhersage. Wobei die Erfahrung zeigt, dass selbst Matsch die Leute nicht vom Kommen abhält.

Was schwierig ist bei der Planung des Programms: sowohl das Publikum vor Ort als auch die Zuschauer am Fernseher gut zu unterhalten. Wir müssen die breite Masse ansprechen. Jung und alt. Dieses Jahr werden Adoro, die Pet Shop Boys, Jürgen Drews und Loreen spielen. Immer nur zwei Lieder, denn es ist ja kein Einzelkonzert. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an den Auftritt der Scissor Sisters vor ein paar Jahren. Die hatten damals gerade einen Welthit. Ein Sponsor finanzierte deren Auftritt, deshalb durften die 40 Minuten spielen. Das Publikum kannte aber nur den einen Hit, der Rest war langweilig. Die Besucher tanzten und klatschten nicht mehr, die Stimmung war am Kippen – 20 Minuten vor Mitternacht! Das war ein Flop.

Ich selbst sitze in der Silvesternacht mit der Polizei in der Einsatzzentrale. Die Musikerlaubnis läuft bis zwei Uhr, danach trudelt die Party aus. Wenn die Besucherströme das Gelände verlassen und die Nachbesprechung gelaufen ist, fällt der Druck von einem ab. Erst dann stößt man mit dem Team aufs neue Jahr an.

Willy Kausch, 56, veranstaltet zum 18. Mal die Silvesterparty am Brandenburger Tor.

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