Berlin : Der Patient lebt

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Schon vergessen? Die Giftlisten und Sparpakete, die wütenden Proteste gegen steigende Kitagebühren, gestrichene Weihnachtsgelder und gefährdete Opernhäuser. Kaum war er im Amt, versprach Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) eine „Rosskur für Berlin“. Mit allen hat er sich angelegt, und selbst die Parteifreunde in Berlin wussten oft nicht, ob sie den knallharten Haushaltssanierer bewundern oder doch besser in die Wüste schicken sollten.

Doch die weitgehend kompromisslose Konsolidierung der hauptstädtischen Finanzen hat Wirkung gezeigt und Erfolge gebracht, die sich nicht nur in nüchternen Zahlen und Daten ausdrücken lassen. Inzwischen wird in Berlin auf hohem Niveau diskutiert, wofür das Sparen gut ist. Ist es Selbstzweck? Verhindert es nicht, politische Schwerpunkte zu setzen, etwa im Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturbereich? Ist Berlin überhaupt zu helfen? Das Abgeordnetenhaus hatte sogar eine Expertenkommission eingesetzt, die 2005 einen dicken Bericht vorlegte.

Schon im März 2003, also vor genau drei Jahren, startete der Tagesspiegel seine Serie „Wie retten wir Berlin?“ Von den Schulen bis zu den Rettungswagen der Feuerwehr, von den Tierparks bis zur Sozial- und Jugendhilfe haben wir sondiert, was möglich und notwendig ist, um Berlin aus der Haushaltsnotlage herauszuholen – unter Mitwirkung des Finanzsenators, aber auch der Betroffenen, der Leser und der parlamentarischen Opposition.

Jetzt ist es Zeit, Bilanz zu ziehen und nach vorne zu schauen. Berlin ist noch nicht über den Berg, doch der Patient lebt. Unsere Serie geht in eine neue Runde. Wir sagen Ihnen, was sich getan hat – immer dienstags und freitags. za

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