Berlin : Der Präsident schwärmt für Goalball

Horst Köhler besuchte die jungen Redakteure des Tagesspiegel-Paralympics-Magazins in Athen

Annette Kögel

Wenn es nach ihm ginge, verriet Horst Köhler dem jugendlichen Interviewer, dann würden die Athener Paralympics in Deutschland genauso viel Aufmerksamkeit bekommen wie die Olympischen Spiele. „Ich wünsche mir, dass die Goldmedaillen für Deutschland in der Tagesschau nicht erst als letzte Sportmeldung kommen", sagte der Bundespräsident dem elfjährigen Daniel Exarchos. Am gestrigen Sonntag stattete Köhler den jungen Journalisten der „Paralympics Zeitung“ in der Deutschen Schule Athen neben dem Olympiastadion einen Besuch ab. Zwei Kamerateams von ARD und ZDF filmten das Gespräch für eine Dokumentation über die Redaktionsarbeit in Kooperation mit dem Tagesspiegel.

Manche Fragen der Kinder und Jugendlichen amüsierten Köhler sichtlich. „Herr Bundespräsident", fragt Daniel Exarchos, „haben Sie schon Tickets für die Paralympischen Spiele gekauft?“ Als Bundespräsident, antwortet Köhler schmunzelnd, „wird einem schon die Möglichkeit geboten, mal hier und dort dabei zu sein.“

Von der Spätsommersonne über der griechischen Metropole bekommt das Schülerteam, das das Paralympics-Magazin erstellt, nicht viel mit. Redaktionssitzungen, Recherche, Layout-Entwurf – die Arbeit endet lange nach dem Pausenklingeln. Auf das Interview mit dem Bundespräsidenten hatte sich das 26 Schüler starke Redaktionsteam besonders gut vorbereitet. Wie soll man das Staatsoberhaupt anreden? Sollte man es nach seiner blinden Tochter fragen oder lieber nicht? Doch diesen persönlichen Bezug zu Behindertenthemen brachte Köhler selbst ins Gespräch. Die Blindensportart Goalball fasziniere ihn deswegen besonders, aber auch Judo, Bahnradfahren und Rollstuhlbasketball.

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