Berlin : Der „Präsident“

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war Mahmoud AlZ. 1982 mit seiner Ehefrau unter Vorlage eines libanesischen Fremdenpasses. In den Folgejahren stellte er mehrere Asylanträge, die abschlägig beschieden wurden. Wegen diverser Straftaten wurde er zur Ausreise aufgefordert. Abschiebungsversuche scheiterten damals daran, dass kein gültiger Pass mehr vorhanden war. Seine Ehefrau, die wie auch die übrigen Familienmitglieder die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, erhielt Sozialhilfe. Regelrechte Berühmtheit gewann der „Präsident“ als eine der Hauptfiguren des ARD-Films „Der Rotlichtprinz“.

Im Gerichtsverfahren 1998 wurde Mahmoud Al-Z. von renommiertesten Anwaltskanzleien vertreten. Angeklagt waren elf Personen, vom Kurier über die „rechte Hand“ bis zum „Präsidenten“. Dieser wurde letztlich nur in drei Fällen wegen Beihilfe zum Einfuhrschmuggel sowie illegalen Handels mit Betäubungsmitteln angeklagt – die Aussagebereitschaft des Kronzeugen war verschwunden. Schon nach dem ersten Verhandlungstag war der Prozess beendet. Die Angeklagten erklärten sich schuldig. Der Präsident erhielt zwei Jahre und sechs Monate Strafe wegen Beihilfe zum Drogenhandel. In der Justiz löste das Urteil massive Verstimmungen aus. Staatsanwaltschaft und Richter warfen sich gegenseitig vor, gegen rechtsstaatliche Grundsätze verstoßen zu haben. Der „Präsident“ verließ das Gericht wegen Anrechung der U-Haft als freier Mann.

Bei einem Prozess gegen einen Cousin war der „Präsident“ Wochen später als Zuschauer dabei. Dabei bedrohte er einen Dolmetscher, um auf seine Aussagen Einfluss zu nehmen. Das brachte ihm dann zehn Monaten Haft ein. Ha

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