Berlin : Der Praxistest: Zug-Tickets online oder per Telefon

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Wozu in der Schlange vor dem Schalter warten, schließlich kann der Bahnkunde seinen Fahrschein bequem von zu Hause aus im Internet oder per Telefon kaufen. Doch so bequem ist es dann doch nicht: Für die OnlineBuchung ist der Besitz einer Kreditkarte oder einer Bahn-Card erforderlich. Da ich weder die eine noch die andere habe, scheidet das Online-Ticket aus. Auch über Dritte kann das Ticket nicht gekauft werden, da Kartenhalter und Kartenkäufer identisch sein müssen. Hätte ich mich für eine Fahrt ins benachbarte Frankfurt(Oder) entschieden, käme die Buchung im Internet ohnehin nicht in Frage, es gilt nämlich erst ab einer Reiseentfernung von 101 Kilometer und nicht im Nahverkehrsverbund. Vielleicht auch besser so, schließlich habe ich auf meinem heimischen Computer nicht einmal die nötige Software installiert, um das Ticket auszudrucken. Dafür muss ich das Programm „Acrobat Reader“ im Internet herunterladen und auf meinem Rechner installieren.

Auch das Bezahlen ist ohne Kreditkarte schwierig. Zum Lastschriftverfahren finde ich nur den Hinweis auf ein Formular, das ausgefüllt an die Bahn zu schicken ist, die dann eine Bestätigung zurücksendet. Das dauert mir zu lange. Ich entschließe mich zu einer telefonischen Beratung. Ich möchte nach Friedelsheim in die Pfalz, hin und zurück. Am 4. August soll es losgehen, das reicht hoffentlich für die Post, das Ticket zuzustellen. 197,20 Euro soll der Fahrschein kosten. Eine freundliche Ansage klärt mich über die Gebührenordnung des Servicetelefons auf, 50 Cent pro Minute. Dann werde ich mit einem Auskunftsplatz verbunden. Ich nenne der Frau meine Reisestrecke, den Preis und den Wunsch, die Buchung per Telefon vorzunehmen. Leider auch hier ein Rückschlag: Die erste Buchung per Lastschriftverfahren übers Telefon ist nur bis zu einem Betrag von 150 Euro möglich. Also doch die langwierige Anmeldung per Formular? Nein, ich erfahre, dass die von mir gewählte Strecke nur 145,50 Euro kostet, davon stand im Internet jedoch nichts. 13 Minuten sind vergangen, ich bin um 6,50 Euro ärmer – und mein Ticket muss ich noch am Automaten ausdrucken. aca

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