Berlin : Der Problembezirk hat die meisten Einwohner

tob

Neukölln ist der bevölkerungsreichste Bezirk der Stadt und hat das größte Sozialamt Deutschlands. Der immense Anteil an Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern an der Bevölkerung, vor allem im Norden des Bezirks, zeigt, welche Probleme sich den Bezirkspolitikern dort stellen. Oft vergessen wird, dass auch die bürgerlichen Stadtteile Britz, Buckow und Rudow im Süden zu Neukölln zählen. Sie sind auch die Hochburgen der CDU, in den Kiezen Nord-Neuköllns haben SPD und Bündnis 90/Grüne ihre meisten Anhänger. Wegen seiner vielen Einwohner wird Neukölln 2001 mit keinem anderen Bezirk zusammengelegt.

Bis Anfang der 80er Jahre war Neukölln fest in der Hand der Sozialdemokraten. Die SPD hat dort auch ihren zweitstärksten Kreis in Berlin - von der Zahl der Mitglieder her. In den vergangenen 18 Jahren waren hingegen 15 Jahre CDU-Bürgermeister im Amt. 1989 und 1992 erhielten die Reps bei den Wahlen zur Bezirksverordentenversammlung 10,2 bzw. 12,8 Prozent der Stimmen, 1995 rutschten sie auf 3,7 Prozent.

Zu wichtigen Themen der vergangenen vier Jahre zählen die Bezirkspolitiker neben der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit unter anderem den Beginn der Arbeit von "Sozialdetektiven", den Start des Quartiersmanagements in drei Neuköllner Kiezen sowie die Anstrengungen, die Geschäftsstraßen Sonnenallee, Karl-Marx- und Hermannstraße attraktiver zu machen. Schlagzeilen machte Anfang des Jahres ein Fall von Veruntreuung im Sozialamt. Ein Mitarbeiter soll 300 000 Mark abgezweigt haben. Im Januar verließen zwei CDU-Bezirksverordnete die Partei, wechselten zur SPD und nahmen der CDU in der BVV damit die Mehrheit.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben