• Der Prozeß um die bestialische Tötung von Anna P. wird neu aufgerollt - die Mutter des Opfers hatte Revision beantragt

Berlin : Der Prozeß um die bestialische Tötung von Anna P. wird neu aufgerollt - die Mutter des Opfers hatte Revision beantragt

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Anna P. war 18 Jahre alt, als sie im Juli 1992 auf bestialische Weise umgebracht wurde. Die Polizei fand die Leiche der jungen Russin in einem Waldstück bei Oranienburg, der Kopf der Toten war durch einen Säbelhieb fast völlig abgetrennt. Die Obduktion ergab, dass die junge Frau vor ihrem Tod mehrfach überfahren worden war.

Zwei junge Männer, die 1998 von einer Jugendkammer des Landgerichts wegen Beihilfe zum Mord, Betrugs und Urkundenfälschung zu Jugendstrafen von sechs Jahren und neun Monaten bzw. sechs Jahren verurteilt worden waren, müssen sich seit gestern erneut vor Gericht verantworten. Anlass dafür ist eine Anfechtung des Urteils durch die Mutter des Opfers. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil im April 1999 teilweise auf. Eine andere Jugendkammer des Landgerichts muss jetzt der Frage nachgehen, wer das Opfer getötet hat. Dies war beim ersten Prozess ungeklärt geblieben. Angeklagt sind der 26-jährige Berliner Anwaltsgehilfe Isor N. und der 27-jährige staatenlose Rodion L. Beide äußerten sich gestern nicht zu den Vorwürfen. Die Staatsanwaltschaft geht wie im ersten Verfahren davon aus, dass sich das Opfer 1992 mit den Angeklagten und weiteren Personen an Betrügereien beteiligte. Dabei wurden die Unterschriften auf Überweisungen gefälscht und bei Banken eingereicht. Fünfstellige Summen wanderten auf ein Konto der Betrügerbande. Zum Verhängnis wurde dem Opfer ein missglückter Deal in Dortmund. Eine Bank stoppte eine Überweisung über 87 500 Mark, weil auf dem gefälschten Formular die Unterschrift eines Teilhabers fehlte. Die Firma behielt ihr Geld, doch Anna P. geriet bei ihren Komplizen in Verdacht, das Geld in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Darauf wurde sie in einem Auto verschleppt und umgebracht. Aufsehen erregte 1998 die Entscheidung der Vorsitzenden Richterin, Isor N. Haftverschonung zu gewähren. Begründung: Der Angeklagte hatte lange in israelischer Auslieferungshaft gesessen, bevor er 1993 nach Berlin zurückkehrte.

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