Berlin : Der Publikumsliebling

Winterbadeschiff erhält den Architekturpreis Berlin

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Das Winterbadeschiff an der Treptower Arena ist Publikumspreisträger des diesjährigen Architekturpreises Berlin. Die Auszeichnung geht zu gleichen Teilen an die Architekten Gil Wilk und Thomas Freiwald sowie den Bauherren, die Kulturarena Veranstaltungs-GmbH. Erstmals war diesmal nach einem vorhergehenden Jury-Votum auch das Publikum gefragt.

Es hat sich anders als die Jury entschieden, wie die Auswertung aller Stimmzettel in der gerade beendeten Ausstellung „Architekturpreis Berlin 2006“ in der Bauakademie ergab. Rund 1000 Besucher hatten die eingereichten 98 Wettbewerbssarbeiten besichtigt, für den Publikumspreis konnte jeder seinen Stimmzettel in eine Box einwerfen. Von 200 Gästen, die das taten, entschied sich eine deutliche Mehrheit für das Winterbadeschiff am Spreeufer. Die Jury hatte, wie berichtet, Anfang November den Architekten Norman Foster und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung als Bauherren für die Philologische Bibliothek der Freien Universität zum ersten Preisträger gekürt. Unter den weiteren ausgezeichneten Arbeiten hatte sich aber auch die Jury für das Winterbadeschiff entschieden. Gelobt wurden dessen einfache und klare Struktur und der minimale Aufwand, mit dem sich ein ohnehin ungewöhnliches Projekt wie das Badeschiff zum winterlichen Bade- und Wellnessbetrieb umgestalten lasse. Das Bauwerk sei markant und gleichermaßen schwerelos, extrem kostengünstig und von eindrucksvoller Präsenz im Stadtraum, hieß es.

Dem Winterbadeschiff folgten in der Gunst des Publikums Fosters Entwurf und das umgebaute Olympiastadion von Gerkan, Marg und Partner. Unter den Besuchern, die sich bei der Publikumsabstimmung für den ersten Preisträger aussprachen, wurden gestern vom Verein Architekturpreis Berlin zwei Gewinner ausgelost. Sie werden im Rahmen einer kleineren Rundfahrt auch eine exklusive Architekten-Führung durch das Badeschiff erhalten – und ein Abendessen.

Der Verein Architekturpreis Berlin vergibt die Auszeichung alle drei Jahre. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Bundesverband Deutscher Architekten, die Schirmherrschaft hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Vergeben werden keine Preisgelder, sondern Bronzeplaketten für die Gebäude. Unter den eingereichten Arbeiten waren auch das Holocaust-Mahnmal und die Akademie der Künste am Pariser Platz. C. v. L.

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