Berlin : Der Riesensaurier ist noch beim Zoll

Naturkundemuseum zeigt seine neuen Säle. Eintritt heute und morgen gratis

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Viele Besucher erschrecken vielleicht, wenn sie künftig das Naturkundemuseum an der Invalidenstraße 43 in Mitte betreten. Ein großer Saurier wird sie anstarren, scheinbar aus Fleisch und Blut. Mit Kopf und Hals schiebt er sich durch die Glaswand des Foyers, während sich hinter der Scheibe, in der Ausstellung, sein knochiges Skelett abzeichnet.

Heute und morgen können sich die Besucher ein Bild von der Neugestaltung der bisher geschlossenen Säle machen. Das Museum war und ist auch während der Umbauphase offen. Der Saurier am Empfang wird die Gäste aber erst am 13. Juli überraschen, wenn die Ausstellungen aufgebaut sind. Der Lichthof und drei weitere Säle sind aber schon restauriert.

Im nächsten Monat beginnt der Aufbau der Ausstellungen. Mit dem fast lebensechten Saurier im Foyer hat der Star des Museums, der knochige Brachiosaurus brancai, nichts zu tun. Er wird wieder der Höhepunkt des Lichthofs sein. Noch höher als sonst, weil er anders aufgestellt wird – so, wie nach neuesten Erkenntnissen Saurier damals eben standen. Mit 13 Metern stößt er dann fast an die Decke. Noch liegen Skelett-Teile, die in Amerika repariert wurden, beim Hamburger Zoll, Mitte Februar soll die Montage beginnen. Das wird wieder ein kompliziertes, spannendes Puzzle.

Generaldirektor Reinhold Leinfelder hat bereits das „diskrete Lächeln“ des Dinos vor Augen. Sein Skelett ist das größte, das je aufgestellt wurde. Kein anderes Museum, sagt Leinfelder, verfügt über so viel Material von der afrikanischen Saurier-Fundstelle. Die Besucher können sich künftig umfassender über die Lebenswelt vor 150 Millionen Jahren informieren, dabei in „Juraskope“ blicken, mediale Fernrohre, die trickreich Saurier wieder lebendig machen. Rund 17,8 Millionen Euro werden für die Säle und Ausstellungen investiert, mehr als die Hälfte ist für die Gebäudetechnik und Restaurierung – etwa des Glasdaches – schon ausgegeben worden. Es überstand Orkan „Kyrill“ übrigens ohne Blessuren.

Der neue Lichthof dürfte nach Ansicht des Museums einer der schönsten Ausstellungsräume Berlins sein. Auch ohne Saurier. Weil er und die anderen Säle schon jetzt so ansehnlich sind, lädt das Museum heute und Sonntag zur Besichtigung ein. Jeweils von 10 bis 18 Uhr.

Um 11, 13 und 15 Uhr gibt es auch Führungen durchs Haus. An der Kasse im Foyer muss niemand erschrecken. Der Eintritt ist frei, und der Empfangssaurier ist noch nicht da.C. v. L.

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