Berlin : Der Sänger, der nie erwachsen wurde

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Wenn Rolf Zuckowski in Bewegung ist, kommen ihm die besten Ideen. „Das kann im Auto sein“, sagt der beliebte Liedermacher, „im Zug oder beim Spazierengehen.“

Rolf scheint seit mindestens 25 Jahren ständig in Bewegung zu sein: Denn in dieser Zeit hat er rund 300 Kinder- und Familienlieder, wie er sie nennt, komponiert, getextet und produziert. Zählt man auch alle anderen, älteren Songs dazu, sind es sogar 600 verschiedene Titel. „Ich wollte nie erwachsen sein“, schrieb er beispielsweise für Peter Maffay. Auch Juliane Werding, Nana Mouskouri und Paola gehörten zu seinen „Kunden“.

Seit einem Viertel Jahrhundert beschäftigt sich der Musiker, der irgendwann einmal Betriebswirtschaft studierte, vor allem mit dem Nachwuchs. „Schuld“ an dieser Zielgruppe ist eigentlich seine eigene Tochter, die mittlerweile selbst einen zweijährigen Sohn hat. „Als Anuschka klein war“, erinnert sich Rolf Zuckowski, „trällerte sie zwar die alten, bekannten Kinderlieder, doch mir fiel auf, dass darin wenig von ihrer Zeit und ihren Gefühlen enthalten war.“ Ansporn für den damals jungen Vater, etwas Eigenes zu erfinden. „Mein Platz im Auto ist hinten“, war sein erster kindgerechter Song, den nach ein paar Tagen schon die ganze Kita-Gruppe seiner Tochter auswendig konnte.

Rolf Zuckowski verarbeitet in seinen Liedern eigene Erlebnisse und Träume. Er geht aber auch auf die Wünsche seiner vielen Fans ein, die der Hamburger mittlerweile überall in Deutschland hat. Und die schreiben ihm dann: „Mach doch mal ein Lied über die Seehundplage oder die Umweltprobleme . . . “ Manchmal rufen sie ihm das auch während seiner vielen Auftritte zu.

An diesem Wochenende spielt Rolf das dritte Mal im Freizeit- und Erholungszentrum (FEZ) Wuhlheide. Anlässlich des Internationalen Kindertages wird er mit einem Soloprogramm auf mehreren Bühnen zu sehen und zu hören sein. „Es ist ein spontanes Programm“, sagt der 55-Jährige, der sich selbst manchmal noch gern wie ein Kind fühlt. Und wie bei jedem Auftritt wird er den Blickkontakt zu seinem jungen Publikum halten. Er wird die Kinder in sein Spiel einbeziehen, sie zum Mitmachen animieren. „Das halte ich für ganz wichtig“, sagt der jung gebliebene 55-Jährige. Denn er will nicht nur für die Mädchen und Jungen singen, sondern mit ihnen. Sollte ein Lied einmal nicht so ankommen, lässt er einfach ein paar Strophen weg. Natürlich so, dass es keinem auffällt. Zuckowski möchte den Kindern an so einem besonderen Tag auch eine Art Botschaft vermitteln. „Ich will ihnen bewusst machen, dass sie in dieser komplizierten Welt Rechte haben“, betont der Liedermacher.

Er ist davon überzeugt, den schönsten Beruf der Welt überhaupt zu haben. „Ich lebe von Glücksgefühlen“, sagt er nachdenklich. Er will nicht für größenwahnsinnig gehalten werden, aber einen Traum würde er sich gern erfüllen. Zuckowski hat eine neue Nationalhymne geschrieben und vertont. „Eine, mit der sich Kinder und Erwachsene identifizieren können“, erklärt er. Noch schmort das Werk in einer Schublade. Rolf Zuckowski, einer der erfolgreichsten Live-Künstler in Deutschland, wartet auf den Anlass, sie öffentlich zu präsentieren. Steffi Bey

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