Berlin : Der Senat erleichtert den Zugang zu Europaschulen

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Die Bildungsverwaltung senkt die Hürden für den Zugang zu Europaschulen. Ab sofort können auch Kinder angenommen werden, die nur wenige Worte der Partnersprache beherrschen. Außerdem soll es einheitliche Sprachtests geben.

Für die Schulen und die Eltern sind die Auswirkungen höchst unterschiedlich. Wenig verändert sich an Schulen mit schwach nachgefragten Sprachen: Sie haben auch bisher schon fast jeden Schüler genommen. Anders ist es bei den beliebten Europaschulen mit Englisch und Französisch. Sie konnten sich bislang die Erstklässler mit den besten Sprachkenntnissen aussuchen. Künftig ist es so, dass zwischen all den Schülern gelost werden muss, die 20 Prozent des Tests bestanden haben. Diese Kinder könnten dann beispielsweise die Farben benennen und eine Begrüßung beantworten, beschreibt der Leiter der Charlottenburger Charles- Dickens-Grundschule, Frank Effenberger, das Anforderungsprofil. Er bezweifelt, dass Kinder auf dieser Grundlage dem Sachkunde-, Kunst- und Musikunterricht folgen können, der von Anfang an in der neuen Partnersprache stattfindet: „Ich mache mir Sorgen um die Kinder“.

Andere Schulleiter befürchten, dass das Niveau sinkt, da sich der Unterricht nach den Kindern richten muss, die nahezu ohne Grundkenntnisse in die Klassen hineingelost wurden. Das könne Folgen für die gesamte Grundschulzeit haben und sich auch negativ auf die weiterführenden Europaschulen auswirken.

In Berlin gibt es 17 Grundschulen und 13 weiterführende Schulen mit bilingualem Konzept. Zu den Partnersprachen gehören auch Spanisch, Italienisch, Neugriechisch, Portugiesisch, Polnisch und Türkisch. Die Klassen sollen im Idealfall je zur Hälfte aus Schülern der beiden Sprachen bestehen. In der Vergangenheit hatten wiederholt Eltern Plätze für ihre Kinder juristisch erstritten. Sie wollten nicht hinnehmen, dass an den Europaschulen vor allem jene Kinder eine Chance haben, deren Eltern sich eine hochwertige Kita-Frühförderung leisten können. Susanne Vieth-Entus

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