Berlin : Der Sieg der Safari-Flinte

Ein außergewöhnlicher Gentleman: Sir Sean Connery besucht die Premiere seines neuen Films im Kosmos-Kino

Andreas Conrad

Alle erdenklichen Waffen haben diese Hände schon geführt: als berühmteste natürlich Bonds Walther PPK, das „Highlander“-Schwert, Robin Hoods Pfeil und Bogen, ein russisches Atom-U-Boot in „Jagd auf Roter Oktober“ und den spitzen Stift des Dichters in „Finding Forrester“. Diesmal nun kommt eine afrikanische Safari-Flinte dazu.

Sir Sean Connery ist wieder einmal nach Berlin gekommen, um einer Filmpremiere seine Ehre zu erweisen: „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ im Kosmos an der Karl-Marx-Allee. Mehr eine Stippvisite, ohne die bei solchen Gelegenheiten übliche Pressekonferenz und den Interviewmarathon. Am Montag war Connery zur britischen Premiere in London, am Dienstagabend stand Berlin auf dem Reiseplan.

Für 18.30 Uhr waren die Premierengäste – darunter Michael Gwisdek, Cherno Jobatey und Mo Asumang – in den Ufa-Palast eingeladen, in dem sich auch schon Arnold Schwarzenegger und Pierce Brosnan, der aktuelle Bond, hatten beklatschen lassen.

Pünktlich auf die Minute betrat Connery den überdachten roten Teppich, der im Foyer des Kinos durch rote Absperrungen fortgesetzt wurde. Dahinter warteten ungeduldig die Bewunderer. Selbst gesetzte Herren hatten ihre Fotoapparate mitgebracht, um – wie aufgeregte kleine Jungs – ein Bild des Stars ihrer Jugend zu schießen. Connery brauchte fast 40 Minuten, um sich an ihnen und den vielen Kamerateams vorbei zu schieben.

Um den Film hatte es im Vorfeld des Europa-Starts einigen Wirbel gegeben. Laut eines Reuters-Berichts hatten der Drehbuchautor Larry Cohen und der Produzent Martin Poll das Hollywood-Studio 20th Century Fox wegen angeblichen Diebstahls von geistigem Eigentum auf mindestens 200 Millionen Dollar verklagt. Die Kläger werfen dem Studio vor, es habe ihren Mitte der 90er Jahre eingereichten, nie verwirklichten Drehbuchentwurf ausgeschlachtet. Die Fox wies dies als „absurden Unsinn“ zurück.

Sir Sean Connery scherte sich um dieses Fingerhakeln nicht. Auf die Frage, was ihn an diesem Film gereizt habe, antwortete er gestern, es sei die „eigentlich unlösbare Aufgabe“ gewesen, „diese unterschiedlichen literarischen Figuren zusammenzubringen.“ Seine Rolle des Abenteurers Allan Quatermain beschrieb er als „eine instinktive, altmodische Figur, die eine vergangenen Ära verkörpert. Aber“, verkündete Connery dem Berliner Publikum, „es ist ein Film, in den Erwachsene ihre Kinder mitnehmen können. Oder umgekehrt.“

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