Berlin : Der siegende Holländer

Tolle Botschaft: Der Berliner Architekturpreis 2003 geht an Rem Koolhaas

Falk Jaeger

Gleich mehrere Überraschungen verkündeten die Auslober des Berliner Architekturpreises 2003 am Sonnabend. Erstens geht der in diesem Jahr zum sechsten Mal ausgelobte Preis – federführend ist der Förderverein Architekturpreis in Zusammenarbeit mit dem BDA Berlin unter der Schirmherrschaft des Senators für Stadtentwicklung – an den niederländischen Architekten Rem Koolhaas und sein Büro. Zweitens passt das ziemlich gut: Just an diesem Wochenende eröffnet die große Koolhaas-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie. Ausgezeichnet wird der Architekt für eben das Gebäude, das auch Anlass der Ausstellung ist: für den Neubau der Niederländischen Botschaft in der Klosterstraße. Und drittens feiert das Preisgericht unter Leitung der Holländerin Natalie de Vries den durchaus kontrovers beurteilten Bau mit ungeteilter Zustimmung: Die Jury lobt das Gebäude wegen seiner „Komplexität der räumlichen Organisation, die nicht verwirrend, sondern entschlüsselbar sei.“ Es eröffne eine vielfältige sinnliche Wahrnehmung.

Mit dem Architekturpreis werden alle drei Jahre neue Bauten gewürdigt, diesmal solche, die zwischen Mai 2000 und November 2003 entstanden. Dabei tritt die Heterogenität der Preisrichter bei den übrigen sieben Auszeichnungen durchaus zu Tage: Sie gelten den unterschiedlichsten Architektursprachen. Denn sie gehen an Georg Augustin und Ute Frank für das Physik-Institut der Humboldt-Universität in Adlershof, an Giorgio Grassi für seine A & T-Bürogebäude an der Köthener Straße, Ecke Potsdamer Platz, die Deadline Architekten sind mit dem Dachgeschossaufbau in der Hessischen Straße in Mitte dabei und Kahlfeldt Architekten mit dem MetaHaus in der Leibnizstraße. Eckert Negwer Suselbeek Architekten werden für das Oberstufenzentrum am Immenweg in Steglitz geehrt, Heike Büttner, Claus Neumann, Georg Braun für die Charlottenburger Canisiuskirche sowie Diener & Diener aus Basel für den Anbau der Schweizerischen Botschaft neben dem Kanzleramt.

Berlin, Hauptstadt der Architektur: Die Kohlhaas-Schau in der Nationalgalerie läuft unter dem Titel „Content“ noch bis 18. Januar. Und ab Dienstag präsentiert das Stilwerk in der Kantstraße die Bauten aller 91 Preisanwärter (bis 31.12.).

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