Berlin : Der SPD-Spitzenkandidat ist mit dem Projekt inzwischen"definitiv" nicht mehr befasst

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Walter Momper hat im Auftrag des schwedischen Möbelkonzerns Ikea nach einem Grundstück für ein Möbelhaus in Ost-Berlin gesucht und die Verhandlungen mit dem Bezirk und den Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Wirtschaft geführt. Hans-Joachim Kohl, Prokurist der Momper Projektentwicklungsgesellschaft GmbH, bestätigte dem Tagesspiegel damit eine Meldung der "Wirtschaftswoche". "Walter Momper hat sich aber seit seiner Wahl zum Spitzenkandidaten im Januar 1999 definitiv nicht mehr in das Projekt eingeschaltet", sagte Kohl, der gegenwärtig die Geschäfte des Unternehmens führt.

Nach seinen Angaben habe Momper bereits seit 1996 für Ikea gearbeitet. Das Projekt sei bereits seit der Jahreswende 98/99 "in trockenen Tüchern". Ein Kaufvertrag für das vorgesehene Grundstück an der Landsberger Allee in Hohenschönhausen ist bisher aber nicht zustande gekommen. Über den Kaufpreis werde gegenwärtig direkt zwischen Ikea und der Treuhand Liegenschafts-Gesellschaft verhandelt, sagte Kohl. Ikea will an der Landsberger Allee Ecke Ferdinand-Schultze-Straße ein Möbelhaus mit 20 000 Quadratmetern Verkaufsfläche errichten. Voraussetzung: Von der Stadtentwicklungsverwaltung muss der Flächennutzungsplan geändert werden. "Bezirk und Senat sind einverstanden", sagt Momper-Prokurist Kohl: "Alle wollen das Projekt".

Bei der Stadtentwicklungsverwaltung wird dies nicht bestätigt. Sprecher Joachim Günther betont vielmehr, seine Behörde habe mehrfach Bedenken gegenüber dem Ikea-Projekt geäußert. Die "Wirtschaftswoche" wirft Stadtentwicklungssenator Peter Strieder dagegen vor, er befürworte die Ansiedlung, seitdem Walter Momper Senator Strieder im Februar zum SPD-Landesvorsitzenden machte. Es "gibt keine Vetternwirtschaft", sagt Strieder-Sprecher Günther: damit werde "eine haltlose Korruptionsweste gestrickt". Die Haltung der Strieder-Verwaltung habe man zuletzt in einem Schreiben vom März 1999 dargelegt. Problematisch sei die "Einheitsarchitektur" von Ikea und die mögliche Gefährdung des bezirklichen Einzelhandels durch einen "Möbelmarkt mit angeschlossenem Kaufhaus".

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