Berlin : Der Streit freut die Krankenkassen

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Der Kampf um den Krankenhausplan geht in die heiße Phase. Und das öffentliche Hickhack der Krankenhäuser um ihre Betten stärkt die Position der Krankenkassen. Einigten sich nämlich die Kliniken auf einen Vorschlag, hätten es die Kassen schwer, sich mit ihrer Forderung durchzusetzen, 4850 Betten zu streichen. Und so ist es nur konsequent, dass der Inhalt des vertraulichen Gespräches der Kassen mit dem Charité-Manager Motzkus in die Öffentlichkeit gelangte und damit Zoff unter den Kliniken auslöste. Denn Gesundheitsstaatssekretär Schulte-Sasse will den Krankenhausplan im Konsens mit den Kliniken erreichen und orientiert sich an 2000 Betten. Sein Argument klingt einleuchtend. Wenn die Fallpauschalen ab 2007 gelten, müssen die Kliniken sowieso Kapazitäten abbauen, weil sich lange Liegezeiten der Patienten nicht mehr lohnen. „Also gebt mir diese Betten freiwillig", hofft Schulte-Sasse. Dann könne man sich in Ruhe auf die Fallpauschalen vorbereiten.

Nur lässt diese Konsenstheorie eines außer Acht: Die Krankenhäuser sind sich selbst am nächsten. Denn wenn man Kapazitäten reduziert, dann muss man auch Personal entlassen. Und überlässt dem Konkurrenten wertvolle Marktanteile. Also kämpft jeder doch für sich allein und schielt misstrauisch auf den anderen. Die Kassen rechnen damit - und offenbar zu Recht. I.B.

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