Berlin : Der Streit um die korrekte Statistik

Senatssprecher reagiert auf Vorwürfe von Ex-Polizeichef Schertz

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Die Kriminalität ausländischer Kinder und Jugendlicher „ist spätestens seit den Innensenatoren Jörg Schönbohm und Eckard Werthebach kein Tabuthema“, sagte der Sprecher der Innenverwaltung, Peter Fleischmann. Er reagierte auf Vorwürfe des früheren Berliner Polizeipräsidenten Georg Schertz. Dieser hatte in einem Interview gesagt, er habe zu seiner Amtszeit (1987 bis 1992) direkte Anweisungen der Innenverwaltung erhalten, die hohe Jugendkriminalität und den Anteil ausländischer Täter nicht in der jahrlichen Polizeistatistik zu veröffentlichen.

Viele der damals politisch Verantwortlichen sind inzwischen im Ruhestand, darunter auch der damalige SPDInnensenator Erich Pätzold. Ein Mitstreiter von damals erinnert sich: „Es gab Streit über die in der Statistik verwendeten Begriffe. Ob man Ausländer oder Nichtdeutscher schreibt.“ An eine direkte Anweisung an die Polizei, etwas nicht in der Statistik zu veröffentlichen, könne er sich jedoch nicht erinnern. Damals habe es aber viele ausländische Täter gegeben, die nur nach Berlin kamen, um hier Straftaten zu begehen und dann wieder verschwanden. Pätzold habe darauf hingewiesen, in der Kriminalitätsstatistik müsse deutlich gemacht werden, dass ein Großteil der ausländischen Täter ihre Taten auf der Durchreise begangen hätten.

In den vorliegenden veröffentlichten Statistiken wird jeweils zwischen ausländischen und deutschen Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden unterschieden. Außerdem werden die in Berlin lebenden ausländischen Tatverdächtigen in Prozent genannt. Im Jahr 2002 waren dies 23,3 Prozent. Insgesamt wurden 29,7 Prozent ausländische Täter ermittelt.weso

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