Berlin : DER TÄTER

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Mit neun Jahren schlug Sawis J. das erste Mal zu – aktenkundig bei der Polizei. Seitdem immer wieder. Gut sechzig Taten wirft die Polizei dem heute 16Jährigen vor. Meistens Gewalttaten, manchmal auch Raub. Die Drogendelikte seien eher kleinerer Natur gewesen. In den letzten zwei Jahren hatte sich seine kriminelle Karriere massiv beschleunigt, alle paar Wochen gab es Strafanzeigen gegen ihn. Verurteilt wurde der Jugendliche noch kein einziges Mal – alles wurde eingestellt.

„In immer kürzeren Zeitabständen“ sei der Junge auffällig geworden. „Er schlägt sofort zu, wenn ihm etwas nicht passt“, hieß es bei der Kripo. So auch am Donnerstag, als ein Lehrer ihn davon abhalten wollte, eine Zehntklässlerin mit Gewalt über den Schulhof zu schleifen. Kommentarlos brach er dem stellvertretenden Schulleiter mit der Stirn das Nasenbein. „Das war ein antrainierter Trick.“ So beschrieb ein Augenzeuge diese Kopfnuss. Auffällig sei auch, dass der Jugendliche andere gerne als „Nazi“ beschimpft. Auch Schulleiter Pentzliehn musste sich als „Nazi“ wüst beschimpfen lassen, verbunden mit der Drohung, ihm „den Hals durchzuschneiden“. Pentzliehn zeigte Sawis J. an.

Bei der Polizei gilt der in Berlin geborene Jugendliche, der die deutsche Staatsangehörigkeit hat, als Intensivtäter. Er wird „einzeln betreut“ vom Kommissariat für Gewaltdelikte. Und nicht – wie die leichteren Fälle – vom Kommissariat für Jugendgruppengewalt. „Er handelt unter der Prämisse ’Ich habe immer Recht’“, sagte ein Ermittler. Als der Junge vor drei Jahren Streit mit einem Mitschüler um ein Telefon hatte, wurde der Mitschüler niedergeschlagen.

Gestern Nachmittag wurde Sawis J. dem Haftrichter vorgeführt – der erließ einen Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung und schickte ihn in Untersuchungshaft. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte eine „harte Bestrafung des Gewaltintensivtäters“ und ein schnelles Gerichtsverfahren innerhalb von vier Wochen. Bewährungsstrafen sind laut GdP „eine Ermunterung zu weiterem kriminellen Verhalten.“Ha

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