Berlin : Der Tagesspiegel als Kunstobjekt

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Auch in diesem Jahr macht die ungarische Botschaft wieder Kulturangebote, die allen zugänglich sind. Deren Termine bekannt zu machen, scheut Zsuzsa Breier, Kulturattaché der Botschaft, mit fast missionarischem Eifer, keine Mühe. Mit Erfolg. Immer mehr Berliner lassen sich Unter den Linden 76 belehren, dass es in Ungarn mehr als Salami, Puszta und den Balaton gibt. Wer jüngst fünf Minuten zu spät kam, hatte da schon Not, einen freien Stuhl zu finden, so viel waren es, die Botschafter Sándor Peisch im „Literarischen Café“ begrüßen konnte. Zu Kaffee und Kuchenhäppchen stellte dort der Präsident der Akademie der Künste, György Konrád, seinen Schriftstellerkollegen László Végel vor, dessen „Exterritorium“ 2001 zum „Buch des Jahres“ gekürt wurde. Mit der Lesung des „heimatlosen Lokalpatrioten aus Novi Sad“ war am Abend das kulturelle Angebot in der – so Konrád – „inspirierenden Nähe der französischen, russischen und englischen Botschaft“ nicht erschöpft. „Kontext“ hieß die von dem Kunsthistoriker Christoph Kivelitz eröffnete Ausstellung von Barbara Köhler, Tamás Körösényi und Valéria Sass. Die in Berlin lebende ungarische Künstlerin zeigt mit ihrer Installation eine lange Reihe geschnürter Blöcke. Einige erinnerten in Gestalt und Form an Rednerpulte. Das Material fand sie bei der täglichen Lektüre: Sie verarbeitete unzählige Ausgaben des Tagesspiegels – zu sehen bis 7. März, jeweils montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr. hema

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