Berlin : Der Tagesspiegel

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Seit zehn Jahren muss der öffentliche Dienst abspecken, weil er zu groß und zu teuer ist. Das geht nun nicht mehr, ohne Stellen abzubauen. Schwerer als das Streichen von Stellen aber ist es, die Überzähligen wirklich los zu werden. Da betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind, komplimentiert man Freiwillige mit Vorruhestandsregelungen und Abfindungen weg. Doch sitzen immer noch 2000 Beschäftigte in den Behörden, die keine Planstelle mehr haben. Die will der Senat nun rigoros von ihren Stammplätzen verbannen. Das klingt grausam, ist aber vernünftig. Es zwingt zur Jobsuche. Und der Umbau der Verwaltung mit weniger Personal kann besser funktionieren, wenn man mit weniger Personal auskommen muss. Es ist ja nicht so, dass die Überhangkräfte ins Nichts fallen. Der geplante Stellenpool des Senats, der sie erfassen soll, ist als Jobbörse gedacht, zur Vermittlung in eine andere Beschäftigung. Zugegeben, das Konzept liegt noch im Nebel. Welche Beschäftigung, wo überall abgebaut wird? Immerhin gibt es Einrichtungen der öffentlichen Hand, in denen Not am Mann ist. Wenn der Plan aufgeht, kann er der Verwaltungsreform auf die Sprünge helfen. Natürlich ist das Geschrei groß, aber Amtsstuben sind keine Wärmestuben. Niemandem fällt bei der Neuorientierung ein Zacken aus der Krone. Materiell haben die Betroffenen nichts zu befürchten. Die Bezahlung ist ihnen auch sicher, wenn sie dafür spazieren gehen. Meckert etwa jemand über den teuren Abschied mit dem „goldenen Handschlag“? Na also. Brigitte Grunert

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