Berlin : Der Tagesspiegel

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Florenz in diesen Tagen erinnert mit seiner unsteten Witterung an die Kapriolen, die der Frühling zur Zeit auch in Berlin schlägt. Ähnlich wie hier können sich die Wolken nicht entscheiden, ob sie platzen wollen oder Platz machen. Möglicherweise hat der augenblickliche Faible der Florentiner für die so genannte Meringa mit den Himmelsschwaden zu tun, denen sie in ihrer Gestalt ähnelt. Bis ins Eis hinein hat sie es sogar gebracht. Soweit ist die Konditorei Kammann am Kaiserdamm noch nicht, aber auch bei ihm wandern im grimmen Neonlicht Meringuen über die verkratzte Theke, die es durchaus mit den toskanischen Dolci aufnehmen können. Weithin leuchten die außen knackigen und innen noch leicht zähen Zuckerkumuli aus dem Schaufenster ins wendische Berliner Wetter.

Konditorei Kammann, Charlottenburg, Kaiserdamm 8, Tel. 3223001 (Mo-Sa 6-18.30, So 14-18.30 Uhr).

Beim Öffnen der oberarmstarken Pappröhre entflieht ein unvergleichlicher Duft feinster Kakao-Borke. Die kürzlich beim Küchenkomplettisten Coledampf’s ins Programm genommenen bittersüßen Schokoladenspäne „Copeaux de Chocolat“ vom jungen belgischen Schokoladen-Avantgardisten Dolfin hätten die Mitbewerber der seinerzeit zum Thema Trinkschokolade anberaumten Tafelrunde umstandslos deklassiert. Bei einem Kilopreis von rund 33 Euro hält sich die Suchtgefahr allerdings in Grenzen.

Coledampf’s Cultur Centrum, Wilmersdorf, Uhlandstr. 54-55, Tel. 8839191 (Mo-Fr 10-20, Sa 10-16 Uhr). ca

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