Berlin : Der Tagesspiegel

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LESERBRIEFE DES TAGES

Der Tagesspiegel berichtet und die Leser antworten: Jeden Tag erreichen uns Briefe zu aktuellen Berliner Themen – mit Zustimmung, mit Kritik, mit Anregungen oder anderen Sichtweisen. So aktuell und schnell wie die Berichterstattung des Tagesspiegels soll auch die veröffentlichte Lesermeinung sein. Ab heute drucken wir deshalb täglich Leserbriefe ab.

Ihre Zuschriften richten Sie bitte an: Verlag Der Tagesspiegel, Demokratisches Forum, 10876 Berlin. Sie können ihren Leserbrief auch faxen: 030 26009 - 332. Per E-mail erreichen Sie uns unter leserbriefe@tagesspiegel.de . Bitte vermerken Sie auch bei E-mails ihre vollständige Anschrift, da diese sonst als anonym gelten müssen und nicht veröffentlicht werden können.

Horror Ganztagsschulen

Betrifft: „Die Mama zu Hause war das Ideal“ vom 6. Juni 2002

In dem Artikel wird die Historikerin Karen Hagemann bei ihrem Plädoyer für die Errichtung von Ganztagsschulen mit dem Satz zitiert! „In diesem Land wird Politik ohne die Betroffenen gemacht.“ Betroffene sind hier wohl in erster Linie die Kinder. Sind diese schon einmal gefragt worden? Ich habe 1953 an der Humboldtschule in der Nachbarschaft der Schulfarm Scharfenberg mein Abitur gemacht. Der Gedanke, einer Schule und ihren Lehrern ganztägig ausgeliefert zu sein, war damals und ist noch heute für mich der reinste Horror.

Klaus Stiller, Berlin

Unsinniger Vorschlag

Betrifft: „Weniger Experimente“, Tagesspiegel vom 15. Juni 2002, Seite 10

Frau Fugmann-Heesing hat offensichtlich keinerlei Kenntnis darüber, wie stressig der Alltag für Kinder in Ganztagsschulen ist. Wenn schon 5-Jährige in Vorschulklassen von morgens 7 bis nachmittags 16 Uhr in zu großen Gruppen dem Zwang überforderter Erzieher ausgesetzt sind, dann ist die negative Entwicklung vorgezeichnet. Was für ein unsinniger Vorschlag von Frau Fugmann-Heesing, Landesmittel für die außerschulische Betreuung umzuwidmen und in Ganztagsschulen zu stecken. Und so jemand wird auch noch in den SPD-Landesvorstand wiedergewählt. Aber wer schließlich die Verstrickung in den Bankenskandal in der SPD überlebt, der hat nichts mehr zu befürchten. Ulrich Gernert, Berlin

Bildung und der Alte Fritz

Betrifft: „Vorschülern fehlen einfachste Kenntnisse der deutschen Sprache“, Tagesspiegel vom 6. Juni 2002

Wir Deutschen tun uns schwer mit den Ergebnissen der Pisa-Studie. Und wir Berliner haben noch das Problem, dass wir uns nicht nachträglich in eine deutsche Querschnittsbetrachtung einklinken können. Vieles deutet darauf hin, dass wir da nicht besonders gut aussehen würden.

Insoweit entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass dieses Thema so neu nicht ist! Bereits der Alte Fritz traute den Berlinern nicht allzu viel zu. Dies ließ er einst den Professor Meierotto merken, den er zu sich hatte rufen lassen, um sich über die Zustände am Joachimsthalschen Gymnasium zu informieren. Meierotto hatte dem König die fähigsten Köpfe in seiner Schule genannt, und weil dieser keinen Berliner darunter fand, sagte er: „Die Berliner lernen nichts, mein lieber Professor, das wird Er selbst erfahren, und ich weiß es auch sehr wohl. Die Erziehung taugt in Berlin nichts, und Er wird Mühe haben, ihnen von den Wissenschaften etwas beizubringen.

Dieter Gallasch, Berlin

Teure Bäder

Betrifft: Preiserhöhungen Bäderbetriebe

Seit Jahren litt ich gelegentlich unter Rückenschmerzen. Auf ärztlichen Rat hin begann ich ein regelmäßiges Schwimm-Training in den städtischen Schwimmbädern. Ergebnis keine Schmerzen mehr. Nach der letzten Preiserhöhung müsste ich für das bisherige Pensum dreimal mehr zahlen, denn die Dauerkarten sind schlicht entfallen. Das wird mir wegen zu geringer Rente nicht möglich sein. Da bleibt ärztlicher Rat teuer. Und wo bleibt die Gesundheitspolitik?

Rüdiger Tuchel,

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