Berlin : Der Tagesspiegel

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KURZ NOTIERT

Der „tip“ verliert gegen Böger

Das Berliner Magazin „tip“ muss wegen eines Berichts über einen angeblichen Spendenskandal 12 500 Euro Schmerzensgeld an Schulsenator Klaus Böger (SPD) zahlen. Wie Bögers Anwalt Johannes Eisenberg mitteilte, sei Böger durch einen Bericht über eine angebliche Spendenzahlung im Zusammenhang mit der Privatisierung des Flughafens Berlin-Schönefeld in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt worden. Dagegen erklärte der Anwalt des tip-Verlags, Christian Schertz, das Berliner Landgericht habe die Grundsätze der so genannten Verdachtsberichterstattung nicht genügend gewürdigt. Er prüfe nun Rechtsmittel. Der „tip“ hatte berichtet, Böger habe 1998 von einem Beteiligten an der Flughafenprivatisierung Spenden über 10 000 Mark (5100 Euro) auf dem Umweg über eine Stiftung erhalten. Dabei habe die Zeitschrift, die die Banküberweisung abdruckte, verschwiegen, dass es sich in einem Fall um ein SPD-Konto gehandelt habe, erklärte der Anwalt.dpa

Glietsch offiziell begrüßt

Angesichts der knappen Berliner Kassen sei auch die Polizei gezwungen, nach Einsparmöglichkeiten zu suchen, sagte Polizeipräsident Dieter Glietsch gestern anlässlich seiner feierlichen Amtseinführung durch Innensenator Ehrhart Körting (SPD). Seit Mitte Mai ist der frühere Inspekteur der Polizei in Nordrhein-Westfalen oberster Chef der Berliner Polizei. Zum Sparen sehe er einige Möglichkeiten und wolle in den nächsten Wochen eine „Sparstrategie“ erarbeiten, sagte Glietsch. Als künftige Schwerpunkte der Polizeiarbeit nannte der 55-jährige Glietsch die Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität, fremdenfeindlichen Straftaten und die Terrorismusabwehr. Insgesamt wünsche er sich eine „weltoffene und bürgernahe Polizei“, die von allen Bürgern geachtet werde und nicht nur kleinlich jeden Verstoß ahnde. OD

Weniger Einbürgerungen

In Deutschland steigen die Einbürgerungszahlen kontinuierlich– nur in Berlin gehen sie zurück. Seitdem 1999 das neue Einbürgerungsrecht in Kraft trat, erwarben bundesweit immer mehr Ausländer einen deutschen Pass. Im vergangenen Jahr ließen sich 178 098 Menschen einbürgern, 25 Prozent mehr als 1999, sagte gestern Bundesinnenminister Otto Schily (SPD). Zwar seien die Zahlen nach einem Höchststand 2000 um 4,6 Prozent gesunken, aber der Trend bleibe positiv. Ganz anders in der Hauptstadt, klagt Grünen-Sprecher Özcan Mutlu. Hier wurden 1999 noch 9508 Menschen eingebürgert, 2001 waren es nur 6270. Die Bearbeitung der Anträge in den Bezirksämtern stocke, dort sollen 33 000 unbearbeitete Fälle liegen. Außerdem wirkten Auflagen wie der schriftliche Sprachtest abschreckend. -ry

Hilfe für misshandelte Kinder

Gesundheitssenatorin Heidi Knake-Werner (PDS) will gemeinsam mit sozialen und medizinischen Organisationen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche bekämpfen. Am Mittwoch stellten sie einen Leitfaden für Ärzte vor, der Hinweise für die Diagnose von Kindesmisshandlung und Hilfsmaßnahmen gibt. Ärzte seien oft die ersten, die Zeichen von Gewalteinwirkung erkennen könnten. Der Leitfaden kann beim Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg unter 7476 5317 bestellt werden. -ry

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