Berlin : Der Tagesspiegel

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Der Zahn der Zeit nagt kräftig am Schöneberger Gasometer. Allmählich frisst der Rost das über 90 Jahre alte stählerne Denkmal auf, dagegen hilft nur Geld: Mit riesigen Werbeplakaten soll die Sanierung finanziert werden. Seit gestern hängt hier eine 1800 Quadratmeter große Werbung des Computerherstellers Apple, die zunächst sechs Wochen bleiben soll. Für die Zeit danach „gibt es schon eine Reihe Interessenten“, sagt Gerd Henrich. Er ist Geschäftsführer der Firma Megaposter, die unter anderem das Brandenburger Tor eingepackt hat. Während dort „nur“ 150 000 Passantenblicke pro Tag und Seite geschätzt werden, sollen es beim Gasometer, dem beispielsweise die Stadtautobahn zu Füßen liegt, 770 000 sein. Solche Prominenz will bezahlt sein – von einem sechsstelligen Betrag ist die Rede. Einen Teil bekommen die Kletterer, die schon seit Freitag mit dem Festzurren der Plane beschäftigt waren. Der große Rest geht an die Gasag, die den Gasometer vom Erlös sanieren will – und muss, denn nur unter dieser Bedingung hat das Bezirksamt die Installation genehmigt. Insgesamt will die Gasag ihr Wahrzeichen zwei Jahre lang vermarkten. Wenn die Plane mit dem Computer ausgedient hat, könnte sie zu Tragetaschen verarbeitet werden. Falls daraus doch nichts werden sollte, bleibt wohl nur ein Haufen Sondermüll: 1400 Kilogramm PVC.obs / Foto: Uwe Steinert

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