Berlin : Der Tagesspiegel

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Anfangs geniert sich Alfred Biolek ein bisschen. „Ich kann das gar nicht. Ich habe keine ausgebildete Stimme“, warnt der Moderator die Zuschauer vor seiner Lesekunst. Eigentlich ganz unbegründet. „Das war sehr, sehr fein“, kommt das Lob von einem, der es wissen muss: Klaus Maria Brandauer. Zugunsten des Karin-Brandauer-Fonds lasen der Moderator und der Schauspieler am Mittwochabend im Deutschen Theater in der Schumannstraße. Aus dem Fonds wird ein Krebspräventionsprojekt sowie der Karin-Brandauer-Lehrstuhl an der Universität in Tel Aviv finanziert. Die Regisseurin Karin Brandauer war 1992 an Krebs verstorben. So gab ihr Mann Kurzgeschichten von Arthur Schnitzler und Peter Altenberg zum Besten und Biolek „Streifzüge durch Berlin“ von Alfred Kerr. Allerdings nicht ohne erneut zu betonen: „Ich kann Literatur nicht lesen.“ Außerdem durfte der Talkmaster „Versuchskaninchen“ spielen. Las Goethes Erlkönig mit Brandauer im Wechsel – Biolek auf Deutsch, Brandauer auf Englisch. Und ein bisschen getalked wurde natürlich auch noch. „Ist das nicht ermüdend?“, fragte Biolek seinen Lesekollegen nach seinem Reisepensum. Denn Brandauer ist viel unterwegs. Von Berlin ging es gleich weiter nach Paris, Moskau, Wien und Marseille. „Wie schaue ich aus?“, präsentierte sich dieser ganz wach. „Und ich sitze jeden Dienstag in Köln“, beschwerte sich Biolek schmunzelnd. „Nein, die Welt kommt zu Ihnen. Das ist doch auch ganz gut“, vertröstete ihn sein Tischnachbar.vv

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