Berlin : Der Tagesspiegel

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Das Tor zu schließen ist nicht autofeindlich, sondern touristenfreundlich.Einer der symbolträchtigsten Orte der Stadt, ein Denkmal zumal, darf nicht von einer Ost-West-Piste zerschnitten werden. Sollen Berlin-Besucher, ständig auf der Flucht vor heranrasenden Autos und Taxis, versuchen, das Brandenburger Tor zu fotografieren? Sollen Touristen in den Straßencafés von Abgasen umnebelt werden? Freiwillig haben Autofahrer keine Rücksicht auf Fußgänger genommen. Oder hat sich mal einer an das vorgeschriebene Tempo 10 auf dem Pariser Platz gehalten?

Wenn die Polizei dort kontrollierte, dann war es das drei- oder vierfache. Es ist doch der Reiz von Orten wie der Spanischen Treppe in Rom oder dem Stephansplatz in Wien, natürlich auch des Gendarmenmarktes oder des Breitscheidplatzes, dass man dort ungestört sitzen, flanieren und gucken kann. An dröhnenden Hauptstraßen baumelt die Seele nun mal nicht. Touristen spülen Milliarden in die Stadtkasse, tun wir ihnen was Gutes.

Wir haben in Berlin 5319 Kilometer Straßen, da können wir getrost auf 100 Meter Fahrbahn auf dem Pariser Platz verzichten. Und für die Verkehrsplaner ist es schlicht Pech, dass das Tor dort steht. Denn selbst ein „offenes“ Tor wäre ein Nadelöhr auf der Ost-West-Achse. Jörn Hasselmann

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