Berlin : Der Tagesspiegel

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Caitlin macht Urlaub in Berlin, und sie findet die Stadt „einfach cool“. Genauso cool wie ihre Heimatstadt New York, nur ein bisschen schöner, grüner und sauberer. Die 10-Jährige ist eines von 17 Kindern von New Yorker Feuerwehrmännern, die von der Berliner Feuerwehr und dem Kindererholungswerk nach Berlin eingeladen wurden. Nach dem Terroranschlag vom 11. September wurden sie zu Halbwaisen oder verloren nächste Angehörige. Gestern waren die Kinder mit ihren Müttern zu einem Empfang im Roten Rathaus eingeladen.

Ein Fest beim Bundeskanzler, Segeln auf dem Wannsee, Kanufahren im Spreewald und nun auch noch dem Regierenden Bürgermeister die Hand schütteln – Caitlin findet das alles sehr aufregend. Ihre Mutter hat nach Klaus Wowereits Begrüßungsansprache Tränen in den Augen. „Ich hatte keine Ahnung, dass hier alle so großen Anteil nehmen“, sagt Margret Fanning. Für die Kinder sei es sehr schön, das zu erleben.

Nichts von dem, was am 11. September passiert sei, könne rückgängig gemacht werden, sagt Klaus Wowereit. Aber das Programm in Berlin solle den Familien helfen, Abstand von den schrecklichen Ereignissen zu gewinnen. Tausend Kinder sind seit dem vergangenen Herbst nach Berlin gekommen, auch mit Unterstützung der Bundesregierung. Wowereit kündigt an, dass die „Brücke Berlin-New York“ auch in den nächsten Jahren bestehen bleiben solle.

Die 16-jährige Lauren und die 18-jährige Lynette gucken etwas ratlos auf die Plüsch-Teddys, die ihnen der Bürgermeister als Andenken in die Hand gedrückt hat. Aber dann kommt er noch einmal auf die beiden Mädchen zu und stellt ein paar Fragen. Ob ihnen Berlin gefällt, wie alt sie seien und ob sie schon aufs College gehen? Lauren und Lynette antworten brav und Wowereit geht weiter.

Hinterher fällt den Girls aus New York eine Frage ein, die sie Klaus Wowereit gerne noch gestellt hätten. „Warum lächeln die Berliner eigentlich so selten“, wollen sie wissen. In New York wirkten die Leute auf der Straße viel freundlicher. Und eine Bitte an ihre Gastgeber von der Berliner Feuerwehr, mit denen sie noch für eine Woche nach Westdeutschland fahren, haben die Mädchen: „Wir möchten so gerne einmal deutsche Hausmannskost probieren.“ Bisher hätten sie immer nur Pommes Frites und Steaks bekommen. Amory Burchard

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