Berlin : Der Tagesspiegel

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LIEBES-PERLEN

Die Szene - c’est moi. Mit dieser sonnenkönglichen Aussage bürstete Love Parade-Miterfinder Dr. Motte alias Matthias Roeingh Kritik ab, das Techno-Spektakel habe an Schwung verloren: „Ich bin die Szene, ich weiß, was passiert. Es wird immer so weiter gehen. Wir wollen tanzen, wir können nicht anders.“ Gutes Motto, Herr Motte.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Gut hatten’s die, die beim samstäglichen Sony-Music-Event im Café am Neuen See (800 Teilnehmer) ein goldenes Armbändchen von den Einlassern erhalten hatten. Dann gab’s nämlich was zu futtern. Die anderen Eingeladenen, immerhin mit Silber dekoriert, durften zugucken. Tja, wie der eine rumläuft, sieht der andere aus: Schließlich bat Sony-Konkurrent Universal seine Gäste vorige Woche ja auch fürs Essen zur Kasse. Der Branche geht’s eben dreckig.

Ein Schmuddelkind wird reinlich. Nur mäßig laut wummerten die Lautsprecher der Fuckparade, die von der Reinhardtstraße zum Alex zog. Die Gegenveranstaltung zur kommerzdominierten Love Parade holte 800 Leute auf die Straße. Friedlich ravten sie für die Rechte subkultureller Minderheiten - und das Recht auf Party. Recht, haben sie!

Spendable Pillenträger. Das blaue Schächtelchen, das am Rande der Love Parade verteilt wurde, hatte es in sich: 40 winzige weiße Kügelchen kullerten darin. Oh, ein Gute-Laune-Drogen-Pröbchen des örtlichen Dealers? Eher die des internationalen Süßkramherstellers: Die Pillen waren nur aus Kaugummi mit Pfefferminzgeschmack. Guter Atem ist ja auch was wert - und gute Laune kommt sowieso von allein. ling

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