Berlin : Der Tagesspiegel

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LIEBES-PERLEN

Zwei Stunden vor Beginn des Spektakels tanzen sich die Raver auf der Ebertstraße warm, mitten zwischen den vorbeifahrenden Autos. Abgesperrt ist nichts. Polizeibeamte, die in der Nähe stehen: „Bei der Love Parade ist eben alles anders.“

Zwei ihrer Kollegen sind von den „bunten Vögeln hier“ so beeindruckt, dass sie ihre kleinen Digitalkameras herausholen und ein paar Erinnerungsfotos schießen.

Barbara Schumann, die an der Ebertstraße Trillerpfeifen, Mützen aus Nepal und Sonnenblumen verkauft, beschwert sich, dass es nirgendwo in der Nähe eine Toilette gebe. „Aber ich bin schon trainiert. Ich muss nicht müssen.“

Eine Computer-Firma verteilt Mini- Spritz-Pistolen mit Pump-Technik. Dabei bitten Raver auf T-Shirts: „Make Peace“.

Wer denkt schon noch an einen Terror-Anschlag? Sven, 31 aus Regensburg jedenfalls nicht. „Wenn’s mich erwischen sollte, dann ist’s halt Schicksal. Ich lass’ mir doch die Stimmung nicht versauen.“ Wenn er im Auto auf dem Weg nach Hause sitzt, denkt er schon wieder an die nächste Love Parade. Vielleicht fährt er nach Zürich.

Marco und Marco (23 und 22) aus Bayern sind im Schottenrock gekommen und behaupten „nichts drunter zu tragen“. Lügner! Was blitzt beim Rock-Hochziehen hervor? Ein Tanga-Slip. Feige Bayern.

Manch einem geht in diesen Tagen ein Herz auf. Manche blinken sogar blau und grün und helfen beim Wiedererkennen in der Dunkelheit. Mit Batterie und Bändchen für fünf Euro zu haben. Handeln kann man auch.

Ist das bei der Love Parade leer geworden, sagen die einen. Es gibt sie noch, immer noch, sagen die anderen. Der alten Dame sind solche Streitigkeiten egal. Sie kommt seit Jahren. „Ist doch toll hier. Unter Menschen, da fühle ich mich wohl.“ tabu/kög

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