Berlin : Der Tagesspiegel

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Sicher, die meisten von uns zahlen schon genug Steuern, und der Staat lässt sich auch noch fast jede Dienstleistung extra bezahlen, so dass man von weiteren Zahlungsaufforderungen generell nichts wissen will. Ausnahmen muss es aber geben können. Wenn die öffentliche Hand nicht in der Lage ist, Geld für Neupflanzungen von Bäumen aufzutreiben, und die freiwilligen Spenden, die hoffentlich kommen, am Ende auch nicht ausreichen sollten, um die kahlen Stellen schnell wieder „aufzuforsten“, sollte man mit etwas Zwang nachhelfen. Eine einmalige Zahlung von, sagen wir, 50 Euro, dürfte kaum jemanden aus der Bahn werfen. Das wären knapp 15 Cent pro Tag. Das könnten selbst diejenigen aufbringen, die keinen Baum direkt vor dem Haus haben. Denn mit dem Geld könnten auch in Parkanlagen die Lücken schnell geschlossen werden. Davon haben dann alle etwas. Man würde täglich sehen können, wie das Geld angelegt ist. Und wie es wächst. Die Grün-Rendite kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Was wäre denn Berlin ohne seine Straßenbäume, um die es von vielen Städten beneidet wird? Wie gesagt, eine solche Sonderzahlung soll eine Ausnahme bleiben. Keinesfalls dürfte sie dazu führen, dass der Staat danach bei jeder Gelegenheit seinen Bürgern in die Tasche greift und sich so selbst aus der Verantwortung stiehlt. Doch einmal sollte man auch mit Freude zahlen können. Das sollten sie uns schon wert sein, unsere Freunde, die Bäume. Klaus Kurpjuweit

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