Berlin : Der Tagesspiegel

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LESERBRIEF DES TAGES

Der Tagesspiegel berichtet, und die Leser antworten: So schnell, wie wir die Ereignisse in die Zeitung bringen. An dieser Stelle deshalb der Leserbrief des Tages. Ihre Zuschriften richten Sie bitte an: Verlag Der Tagesspiegel, Demokratisches Forum, 10876 Berlin. Sie können Ihren Leserbrief auch faxen: 030/26009-332. Per E-mail erreichen Sie uns unter leserbriefe @ tagesspiegel.de. Bitte vermerken Sie auch auf E-mails Ihre vollständige Anschrift, da diese sonst als anonym gelten müssen und nicht veröffentlicht werden können.

Blauäugig

Betr: Orkan über Berlin, 10. Juli 2002

An jenem Mittwochabend bin ich um 18.30 Uhr aufgestanden, weil ich um 21.30 Uhr zur Nachtschicht anwesend sein musste. Es war drückend schwül, drinnen wie draußen dominierten 35 Grad Celsius; das Trockenrasieren wurde schon zur Qual. Das Radio gab halbstündlich Unwetterwarnungen durch, und ich beobachtete nach meinem abendlichen „Frühstück" ab 19.30 Uhr den westlichen Abendhimmel: Er wurde zusehends dunkler und gegen 20 Uhr total schwarz - die Tagesschau lief schon an, als sich unter die Frontwolkenpackung erste Sturmwolken schoben.

Fazit: der Orkan vom 13.Nov. 1972 über Berlin - den ich voll miterlebt habe - war stärker, weil er zwölf Stunden anhielt. Aber sei es drum: Blauäugig war, wer die ständigen Unwetterwarnungen am gesamten Nachmittag zu wenig ernst nahm. Und mit falscher Zunge spricht, wer meint, er sei nicht hinreichend gewarnt worden. Ich habe in der 10. Klasse der Abiturstufe in der DDR gelernt, mit Wettererscheinungen umzugehen, das Wetter täglich zu beobachten und zu analysieren, Wolkenformationen zu beurteilen und praktische Konsequenzen daraus zu ziehen.

Wer das im föderativen Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland nicht nachvollziehen kann, tut mir Leid.

Gottfried Vogel, Teltow

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