Berlin : Der Tagesspiegel

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Der Love Parade fehlt in erster Linie die Erkenntnis, dass sich die Zielgruppen, die Partyszene, die Sponsoren und die Musik in den letzten 14 Jahren rasant verändert haben. Was einmal frech, jung und innovativ war, ist heute nur noch kommerziell, von gähnend langweiliger Routine und mit dem Druck behaftet, gegen das negative Image „anzufeiern." Meine Empfehlung: Ein Jahr Pause, denn Zeitnot und Erwartungsdruck sind die schlechtesten Ratgeber, wenn es darum geht, gemeinsam mit Machern, Marken und Besuchern spannende neue Konzepte zu entwickeln. 2004 Berlin und seine Besucher mit einer Veranstaltung überraschen, die überzeugende Antworten auf die Fragen gibt: Wie, was und warum soll gefeiert werden. Welches Lebensgefühl soll ausgedrückt werden, welche Werte, politischen Grundsätze und Kulturen? Eine Veranstaltung dieser Größe funktioniert nicht ohne Sponsoren, aber sie würde besser funktionieren ohne den Logo-Overkill. Die Love Parade-Macher sollten den Dialog eröffnen: mit den Clubbetreibern, mit dem Publikum und mit den Marketingstrategen.

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