Berlin : Der Tagesspiegel

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LESERBRIEF DES TAGES

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Nervige Odyssee

Betr.: Kritik am Verkehrsverbund Berlin

Da stehe ich nun mit meinem Fahrrad und will von der Amrumer Straße mit der U-Bahn zum Zoo und mit der Regionalbahn nach Bestensee, südlich von Königs Wusterhausen. Der BVG-Automat kennt aber kein Ziel außerhalb von Berlin. Ich habe eine AB-Jahreskarte, aber mein Fahrrad nicht. Habe ich ein solch außergewöhnliches Ziel und Fahrkartenkombination?

Nun wird mein Forscherdrang geweckt. Das Fahrrad binde ich oben in Ausgangnähe an und ich mache mich zu den Experten auf: Das Informationszentrum unten im Bahnhof Zoo, dort wo viele Touristen kompetent beraten werden. Doch dort bekomme ich einen Schreck: das Informationshäuschen kann übergreifende Tickets nur für den jeweiligen Tag ausstellen. Für morgen oder übermorgen, das geht nicht. Mit einem freundlichen Rat werde ich dann doch aus der Informationshütte entlassen: Am S-Bahn-Automaten könne ich meine gewünschten Tickets ziehen.

Dieser tollen Idee folgend und in Vorfreude auf meinen morgigen Ausflug, ziehe ich meine Tickets am S-Bahn-Automaten. Um den Automaten und mich nicht zu sehr zu strapazieren werde ich morgen nur bis Königswusterhausen den ÖPNV nutzen und den Rest per Fahrrad hinter mich bringen. Ich ziehe für mich einen Anschlussfahrschein und eine Fahrradkarte. Doch oh je, dieFahrradkarte ist nur am Kauftag gültig.

Zum Glück kann ich die Karte bei der S-Bahn-Info zurückgeben und die freundliche Erklärung nach dem Automatenwirrwarr, jeder Transporteur habe seinen Tarifbesonderheiten, stimmt mich auch nicht fröhlicher. Ich vergesse meine Radtour am Folgetag und fahre nur mit U-Bahn, RB, und Bus zu meinem Ziel – und komme sogar an.

Soll ich jetzt noch von der Rückfahrt berichten? Im Bus ruft mich eine Freundin an. Ich solle über Kleistpark zurückfahren und etwas bei ihr abholen. Am Kleistpark gibt es ein BVG-Bullauge zum Fragen und Reden. Da stehe ich nun mit meinem Fahrschein: Wie lange ist der denn gültig? Zwei Stunden und ich dürfe den Bereich „A“ nicht wieder verlassen. Oh nein, meine „Amrumer Straße“ liegt aber schon in „B“. Meine Nachfrage, wieso ein Ticket für eine viel längere Strecke auch nur 2 Sunden und auch nur im aufgedruckten Zielbereich gilt, wird mit einem nicht ganz überzeugten „Is so“ quittiert.

Aber mal ehrlich: wäre es nicht sinnvoll einen richtigen Verkehrsverbund zu schaffen, den die Fahrgäste und die Angestellten der Betriebe verstehen?

Martin Ciesielski, Wedding

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