Berlin : Der Tagesspiegel

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LESERBRIEF DES TAGES

Der Tagesspiegel berichtet, und die Leser antworten: An dieser Stelle deshalb der Leserbrief des Tages. Ihre Zuschriften richten Sie bitte an: Verlag Der Tagesspiegel, Demokratisches Forum, 10876 Berlin. Per Fax erreichen Sie uns unter der Nummer: 030 26009 - 332. Per E-Mail: leserbriefe@tagesspiegel.de . Bitte vermerken Sie in jedem Fall Ihre vollständige Anschrift. Andernfalls kann Ihre Zuschrift nicht veröffentlicht werden.

Fragwürdiger Rechtsstaat

Betr.: „Zivilcourage gezeigt - und halbtot geschlagen",19.07.2000

Was mich an dieser Darstellung zum wiederholten Male negativ beeindruckt: Die Täter werden gefasst und kurze Zeit später aus der staatlichen Gewalt wieder entlassen und auf freien Fuß gesetzt mit der Begründung: keine Fluchtgefahr oder wie im aktuellen Fall: keine Tötungsabsicht. Es liegt eine schwere Körperverletzung vor. Das Opfer muss mit Langzeitschäden rechnen. Die Täter aber laufen frei herum und können bis zum richterlichen Urteil weitere Gewaltverbrechen begehen.

In diesem Rechtsstaat wird auf eine alte (auch in der DDR geübte) Tugend leider verzichtet: Gewaltverbrecher in U-Haft zu nehmen, bis der Richter ein Urteil spricht und die notwendige oder auch erlittene U-Haft in Anrechnung zu bringen. Das wäre fair und würde wie im vorliegenden Fall vor allem eines verhindern: dass weitere Gewalttaten verübt werden können. Vor allem deswegen, weil bei den in Frage kommenden Tätern mit allem zu rechnen ist. Was spricht aus rechtsstaatlicher Sicht dagegen, so zu verfahren? Doch nicht etwa die Überfüllung der deutschen Justizvollzugsanstalten?

Ing.-Päd. G. Vogel, Teltow

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