Berlin : Der Tagesspiegel

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LESERBRIEF DES TAGES

Der Tagesspiegel berichtet, und die Leser antworten: Jeden Tag erreichen uns Briefe zu aktuellen Berliner Themen – mit Zustimmung, mit Kritik, mit Anregungen oder anderen Sichtweisen. An dieser Stelle deshalb der Leserbrief des Tages: so aktuell und schnell wie die Berichterstattung. Ihre Zuschriften richten Sie bitte an: Verlag Der Tagesspiegel, Demokratisches Forum, 10876 Berlin. Fax: 030 26009 - 332. Per E-mail: leserbriefe@tagesspiegel.de . Bitte vermerken Sie in jedem Falle Ihre vollständige Anschrift.

Misserfolg hinnehmen

Betrifft: SPD appelliert an das Gewissen der Anleger v. 24. Juli 2002

Es ist an der Zeit klarzustellen, dass die Zeichner der Publikumsfonds der Landesbank Berlin (LBB) und später der IBV, die heute als unüblich bezeichneten Garantien bezahlt haben. Es handelt sich nicht um Geschenke des Initiators sondern um Leistungen die im voraus in Millionenhöhe bezahlt wurden. Nun, wo sich Inanspruchnahmen der Garantien abzeichnen, erwartet man von den Anlegern auf bezahlte Leistungen zu verzichten, weil die Kalkulation nicht aufgegangen ist, ohne konkrete Zahlen zu benennen.

Dass andere ihre Fonds anders ausgestattet haben, bedeutet nicht im Umkehrschluss, dass diese Ausstattung marktüblich ist, da die Fondsgesellschaft IBV noch in ihrer Leistungsbilanz 1999 betont hat, nunmehr zum fünften Mal in Folge Marktführer für geschlossene Immobilienfonds zu sein. Diese Tatsache spricht wohl eher dafür, dass der Markt die Ausstattung als üblich angenommen hat.

Darüber hinaus ist mittlerweile auch bekannt, dass wacklige Immobilien von den Teilbanken in Fondsgesellschaften „entsorgt" wurden. Niemand kann ernsthaft annehmen, dass diese Immobilien einen anderen Erwerber ohne Garantieleistungen gefunden hätten. Die Verantwortung liegt bei Vorstand und Aufsichtsrat und damit auch bei der SPD. Wer den unternehmerischen Erfolg will, und davon durch Dividendenausschüttungen profitiert, der muss auch den Misserfolg hinnehmen.

Harald Kock, Neukölln

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