Berlin : Der Tagesspiegel

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Grün und Blau putzt die Sau, heißt ein altes Sprichwort. Moderne Designer haben zwar längst bewiesen, dass sich die Farben nicht unbedingt beißen müssen – die CSU beispielsweise hat sie zu ihrem Markenfarben erklärt. Dennoch: Ein Olympiastadion mit grünem Spielfeld und blauem Rand könnte die Augen verletzen. Die rote „Aschenbahn“ passte gut in das Bild, und auch die Computerfotos, mit denen die Architekten ihren Entwurf vorstellten, setzten aufs gewohnte Rot. Die Ausstellung am Stadiongelände stellte den Berlinern in einer Simulation vor, wie Neu und Alt am besten wirkt: Mit roter Bahn. Darf Hertha BSC sein Blau auf die Bahn bringen, nur damit jeder weiß, das er wirklich das Hertha-Heimspiel besucht? Darf das Olympiastadion den Eindruck erwecken, es gehöre einem Verein? Der allseits akzeptierte Entwurf für den Stadionumbau sah eine rote Tartanbahn vor. Die Farbe ist üblich in der Welt des Fußballs und der Leichtathletik. Außerdem ist das Olympiastadion ein Baudenkmal, das nun zwar ein neues großes Dach und ein tiefergelegtes Spielfeld bekommt, aber immer noch als das klassische Olympiastadion erkennbar bleibt. Es ist kein Neubau, sondern ein Altbau, der modernisiert wird. Von einer blauen Bahn, die sogar 40 000 Euro teurer wird, war zuvor nie die Rede gewesen. Nein, die Bahn rund ums Spielfeld sollte rot bleiben, denn das Stadion gehört in erster Linie der Stadt, die hier nicht nur Fußball sehen möchte. Hertha BSC muss auch künftig Farbe ins Spiel bringen, nicht ans Spielfeld. Christian van Lessen

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