Berlin : Der Tagesspiegel

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Zugegeben: Rot und Grün, das ist ein Komplementärkontrast, das passt ganz gut zusammen. Aber dass grüner Rasen und blaue Tartanbahn nun nachgerade in den Augen schmerzen sollen, das kann man doch nicht ernsthaft behaupten. Jeder, der auch nur einmal in den letzten Jahren bei einem Hertha-Spiel im Olympiastadion war, weiß: Zwischen Spielfeld und Laufbahn sind Werbebanden aufgestellt, auf denen Unternehmen in allen Farben für sich Reklame machen. Im Übrigen ist eine Laufbahn, auf der keiner läuft, nun wirklich das Letzte, auf das einer achtet, der ins Stadion gekommen ist, um 22 Männer im Kampf um Ball und Sieg zu sehen. Naiv betrachtet, ist es daher völlig schnuppe, welche Farbe die Tartanbahn hat. Nur, dass Blau die Hertha-Fans freuen würde – und einfach mal was anderes wäre. Und deshalb ist es aus Marketing-Gesichtspunkten eben ganz und gar nicht egal, welche Farbe die Tartanbahn hat. Dies dürfte bekannt sein: Die Identität einer Marke ist heutzutage mindestens ebenso wichtig wie die Qualität des damit verbundenen Produkts. Eine blaue Tartanbahn aber würde nicht nur die Markenidentität von Hertha BSC stärken – und zwar sowohl den eigenen Fans gegenüber, als auch nach außen. Die Blaue Bahn des Olympiastadions könnte geradezu Kult werden. Und stärkte so auch die Marke „Olympiastadion“: das eben nicht wie alle anderen eine rote Tartanbahn hat. Und sogar die Marke „Berlin“: eine aufgeschlossene, ideenfreudige Stadt, mit dem Mut, Sachen auch mal anders zu machen, als man sie immer gemacht hat. Holger Wild

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