Berlin : Der Trauermarsch der 7000 - Körting verspricht Hilfe für Familie des Polizisten

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Der Trauerzug war beeindruckend: Am Platz der Luftbrücke setzten sich gestern 7000 Menschen in Bewegung, um des getöteten Polizisten Uwe Lieschied zu gedenken. Polizeibeamte, Feuerwehrleute, Kiezstreifen und Passanten, die sich spontan anschlossen, machten sich um 15 Uhr schweigend auf den Weg vom Präsidium am Platz der Luftbrücke zum Tatort in der Fontanestraße. An der Spitze zwei Beamte mit dem Foto ihres Kollegen, der am Freitagabend bei einer Routinekontrolle von einem bislang Unbekannten erschossen worden war. Auf einem Transparent die Worte: „Im stillen Gedenken für unseren ermordeten Kollegen“. „Berlin gegen Gewalt“ lautet das Motto des Marsches, zu dem der Gesamtpersonalrat und die Polizeigewerkschaften aufgerufen hatten.

Anwohner sehen dem Zug von ihren Fenstern aus zu, immer wieder bekunden Passanten ihr Beileid. Vorn im Trauerzug gehen Polizeipräsident Dieter Glietsch, Innensenator Ehrhart Körting, Parlamentspräsident Walter Momper, CDU-Spitzenkandidat Friedbert Pflüger. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit fehlt. Er hatte der Familie des Getöteten zuvor sein Mitgefühl ausgesprochen. Nach eineinhalb Stunden hält der Zug für eine Gedenkminute kurz vor dem Tatort an der Ecke Flughafenstraße/Fontanestraße, dann geht es zum Abschnitt 55 im Neuköllner Rollbergkiez – zur Dienststelle des Getöteten. Ein Kranz markiert den Ort der Trauer. Polizeipräsident Glietsch sagt, Lieschied sei ein vorbildlicher Beamter gewesen, der sich für die Bürger eingesetzt habe. Innensenator Körting richtet sich in seiner Ansprache an Uwe Lieschieds Witwe. „Unsere Gedanken sind bei Ihnen. Was wir für Sie und Ihre beiden Söhne tun können, werden wir tun“, sagt er. Und: „Ich bin sicher, dass die Berliner Polizei das Verbrechen aufklärt.“

Es wird mehr Hilfe für die Familie Lieschied geben: Mit einem Benefizspiel im April will Bundesligist Hertha BSC die Frau und die Söhne unterstützen. „Wir hoffen, dass wir damit das riesige Leid der Familie, die sehr fußballbegeistert ist, ein wenig lindern können“, sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß gestern.

Die Großfahndung der Kripo nach dem Täter geht weiter. Rund 90 Hinweise sind bislang bei der Polizei eingegangen. 20 Ermittler gehen den Aussagen nach. Sie werden von Kräften aus den Direktionshundertschaften unterstützt: So wie am Mittwochnachmittag, als Kripo-Beamte mit zahlreichen Uniformierten nochmals durch die Hasenheide streiften. tabu

Die Polizei sucht weiterhin Zeugen. Hinweise an die Rufnummer 4664 911 201.

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