Berlin : Der Tunnel hat ausgedient

Im März beginnen Umbauarbeiten in der Budapester Straße. Für die Schließung zahlen vor allem private Investoren

Cay Dobberke

Bis zur Fußball-WM 2006 soll der Breitscheidplatz im Herzen der West-City attraktiver werden. Im März beginnen Bauarbeiten in der Budapester Straße, wo der Autotunnel geschlossen wird. Einen Großteil der Kosten zahlen private Investoren. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) und andere Beteiligte erläuterten am Mittwoch Details der „öffentlich-privaten Partnerschaft“. Um Staus möglichst zu vermeiden, sollen auch durch die Baustelle vier Fahrspuren führen. Mit der Fertigstellung im Frühjahr 2006 wird die Budapester Straße dann drei Spuren pro Richtung haben – dazu gehören dann eine Bus- und Fahrradspur in westlicher Richtung und ein Fahrradstreifen in der Gegenrichtung.

Die Schließung des in den 60er Jahren entstandenen Tunnels soll den Platz optisch besser mit dem „Bikini-Haus“ und den anderen Gebäuden des so genannten Zoobogens in der Budapester Straße verbinden. Weil in diesem Bereich drei statt bisher zwei Fußgängerüberwege geplant sind, werde das Überqueren der Straße laut Bausenatorin Junge-Reyer künftig erleichtert.

Auf dem Breitscheidplatz selbst hatte das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf bereits im Herbst mit der Umgestaltung begonnen. Der Platz erhält unter anderem neue Sitzbänke und Lampen. Die Hochbeete an der Budapester Straße werden bald entfernt. Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) will dadurch eine „Sichtachse“ schaffen. Die Neugestaltung des Platzes finanziert der Bezirk mit 1,6 Millionen Euro.

Für den Umbau der Straße steuert das Land Berlin 500 000 Euro bei. Weitere 1,1 Millionen Euro zahlen Investoren, die mehrere Großprojekte planen. So will die Bayerische Immobilien AG den Zoobogen nach der Fußball-WM 2006 modernisieren. Zur Besonderheit soll ein familiengerechtes „Themenhotel“ mit Blick auf den benachbarten Zoo werden; eventuell entsteht dort sogar ein neuer Zoo-Eingang.

Für das geplante 118-Meter-Hochhaus „Zoofenster“ sucht die Eigentümerfirma Dr. Ebertz und Partner derweil noch einen Hotelbetreiber. Ein anderer Investor will das „Schimmelpfeng“-Haus über der Kantstraße durch ein Bürohochhaus ersetzen. Auch für dieses Projekt dauert die Mietersuche allerdings noch an.

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