Berlin : Der Verein Stattreisen erinnert mit neuen Führungen an den Mauerfall

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An der Bornholmer Brücke öffnete sich zuerst die Grenze, in der Gethsemanekirche diskutierten kritische DDR-Bürger über Reformen. Beide Orte sind Stationen der "Ostringreise", die der Verein Stattreisen in seinem neuen Winterprogramm anbietet. Jeden Sonnabend ab 11 Uhr (Treffpunkt Vorhalle Nordbahnhof an der Invalidenstraße) führt die Exkursion zu Fuß und per S-Bahn vom Nordbahnhof zur Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße, über Gesundbrunnen, Bornholmer Straße, Gethsemanekirche, Thälmannpark und den Alten Schlachthof bis zum Ostkreuz. "Zehn Jahre nach dem Mauerfall ist der S-Bahn-Ring fast geschlossen. Aber die Berliner haben den Ring fast völlig vergessen", sagte Stadtführer Matthias Rau gestern und verwies auf weitere interessante Details seiner Tour, wie die Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße.

Im neuen Programm finden sich auch mehrere individuelle Spaziergänge von Stattreisen-Mitarbeitern aus Ost und West. Beispielsweise am 24. Oktober, wenn sich die Historikerin Chaja Boebel gemeinsam mit dem Schauspieler Klaus Kowatsch beim Rundgang vom Kleistpark zum Checkpoint Charlie an Gedränge auf dem Mauerstreifen und volle Bahnsteige im Herbst 1989 erinnern. Oder Michael Bienert, der den Mauerfall am Checkpoint Charlie miterlebt hat. Bienerts persönliche Route führt (am 7. November) vom Checkpoint Charlie über den Bahnhof Friedrichstraße zur Bornholmer Brücke. Martin Düspohl, der Leiter des Kreuzberg-Museums erlebte am 9. November 1989 den Ansturm der Ost-Berliner an der Oberbaumbrücke mit. Auf seinem Rundgang von der U-Bahn-Station Schlesisches Tor über Bevernstraße und Groebenufer (am 14. November) will er davon erzählen, wie in der Nacht zum 10. November 1989 eine spontan gebildete Blaskapelle auf der Oberbaumbrücke Dvoráks "Aus der neuen Welt" spielte.

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