Berlin : Der Weg aus dem Alltag – Leser entdecken Berlin

Erkennungszeichen: Die Karten der Tagesspiegel-Stadttour-Serie

Christoph Stollowsky

Freimuth Staake und Tissa Weeraratna betreiben ganz unterschiedliche Unternehmen. Staake hat vor vier Monaten an der Friedrichshainer Knorrpromenade ein Restaurant eröffnet, und Weeraratna verwaltet die wichtigste Kultstätte der westeuropäischen Buddhisten – das buddhistische Haus in Frohnau. Doch zur Zeit sind beide aus dem gleichen Grunde gut gelaunt: Ihre Wirkungsstätten werden gestürmt von hunderten Tagesspiegel-Lesern.

Seit unsere neue Stadttour-Serie mit einem Spaziergang ins Stille Berlin startete, kochen die buddhistischen Mönche für ihre Besucher fast ununterbrochen Tee. Aber das quittieren sie mit einem Lächeln. „Wir wollen ja für unsere Religion werben.“ Und auch dem jungen Existenzgründer aus der Knorrpromenade kommen die vielen unverhofften Gäste in seiner Restauration „Loge“ gerade recht. Sie folgen unserer zweiten Tagestour durchs „Junge Berlin“, drängeln sich an Freimuth Staakes Tresen, bewundern den Speisesalon mit Galerie und Wendeltreppe, ein früherer Tanzsaal aus der Kaiserzeit – und begrüßen sich mit „Hallo“ als Tagesspiegel–Leser.

Erkennungszeichen: Unsere Stadtkarten, die wir für jede Tour der Zeitung beilegen. Die halten sie in den Händen und studieren, wie’s weitergeht. Schließlich sind Tagesspiegel-Leser neugierige und unternehmungslustige Leute. Das wissen wir schon seit unserer „Radpartie“-Serie im Frühjahr dieses Jahres, denn seither traten tausende Leser in die Pedale und entdeckten das Umland auf ausgewählten Tagesspiegel-Routen. Und nun sind sie wieder unterwegs – aber diesmal zu Fuß in der eigenen Stadt.

Acht Tages-Spaziergänge durch Berlin veröffentlichen wir im Verlauf der neuen Serie, zu jedem gibt es eine beigelegte Karte und als Zugabe eine Sonderseite im Lokalteil mit Geschichten vom Wegesrand.

Die Eheleute Sharzad und Freydoon Daryusch aus Charlottenburg hatten gestern beides griffbereit, als sie den Hügel zum Frohnauer Buddha-Tempel emporstiegen. „Das ist ein Urlaubstag in der eigenen Stadt“, sagt Freydoon Daryusch. Seit Kindesbeinen lebt der Iraner an der Spree, ist jetzt 67 Jahre alt und überzeugt, „dass man in Berlin ein Leben lang Neues entdecken kann – sogar noch im eigenen Kiez.“ Deshalb wollen sie nun an jedem Wochenende im September auf Tagesspiegel-Tour gehen.

Dass sie dabei nicht alleine sind, zeigt sich auch im Park des Humboldt-Schlösschens Tegel. Dort flanieren Leser unter den herbstlich gefärbten Bäumen wie bei einer Völkerwanderung und sind nach 15 Kilometern Fußmarsch noch erstaunlich fit. Allerdings machen es sich einige bequem – sie fahren die Route teils per Auto oder mit dem Fahrrad ab, was die Nachfahren der Gebrüder Humboldt, die bis heute im Schloss leben, zeitweise nervt. Besucher sollten fern vom Schloss parken, bitten sie, „und im Park vom Rad steigen.“

Denn am heutigen Sonntag werden erneut viele Leser zu unseren Spaziergängen starten. Vielleicht auch ins industrielle Berlin im Wedding – dem dritten Ziel unserer Serie. Die Sonne soll scheinen, eine gute Chance also für einen ungewöhnlichen Ferientag in Berlin.

Bisher sind folgende Stadtspaziergänge erschienen: Das „Stille Berlin“ am Samstag, 6. September; das „Junge Berlin“ am Mittwoch, 10. September und das „Industrielle Berlin“ am Freitag, 12. September. Am Mittwoch, 17. September, erscheint die vierte Tour durchs „Vornehme Berlin“.

0 Kommentare

Neuester Kommentar