Berlin : Der Wein des Paten aus dem Napa Valley

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Ein Doppelleben als Regisseur und Winzer hat unbestreitbar Vorteile. Selbst wenn es im Filmbusiness klemmt, der neue Film noch nicht fertig ist oder - unerhört! - gar nicht erst fürs Filmfestival auserkoren wurde: Weinflaschen gehen immer.

"Francis Ford Coppola presents": Mancher Passant auf der Alten Potsdamer Straße wird seinen Schritt angesichts dieses unerwarteten Versprechens verlangsamt haben. "Der Pate IV" auf der Berlinale, und wir wissen von nichts? Und wird sich heute abend im Berlinale-Palast plötzlich eine Abordnung der Familie Corleone, Sizilien, vor Moritz de Hadeln aufbauen und - "Bär her! Pronto!" - ein Angebot unterbreiten, das dieser nicht ablehnen kann?

Weinkenner vermochte das Schild vor dem Weinhaus Huth allerdings nicht zu verwirren. Sie wissen längst, dass Coppola seit langem neben feinen Filmen nicht minder feine Weine keltert. Zwar war er die letzten Jahre immer ziemlich knapp bei Kasse, aber für einen Herrensitz im kalifornischen Napa Valley, von dem er seinen Trauben beim Reifen zuschauen kann, reicht es noch immer.

Rund 250 Flaschen Coppola-Wein, zwei rote, zwei weiße Sorten, hatte die Weinhandlung Hardy im Huth-Haus eigens zur Berlinale geordert, eine kluge Entscheidung, wie sich im Verlauf des Festivals gezeigt hat. Dessen Zeit war gerade mal halb abgelaufen, da konnte man nur noch einen einfachen Weißen für 24 Mark pro Bouteille bieten. Für die Restzeit blieben da gerade rund 50 Flaschen. An diesen Erfolg will man nächstes Jahr anküpfen, dann heißt es wieder "A votre santé! Now!"

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