Berlin : Der Weltraummediziner

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Name

Andrew Clarke, 58

Beruf

Elektroingenieur, habilitiert in experimenteller Medizin. Leiter des Labors für Gleichgewichtsforschung an der Charité.

Alltag

Würde man ins Weltall schauen können und dort in die Internationale Raumstation ISS, dann würde man den deutschen Astronauten Thomas Reiter manchmal bei seltsamen Verrichtungen erwischen. Er würde in der Schwerelosigkeit hängend langsam und regelmäßig mit dem Kopf nicken, dann würde er ihn schütteln, um anschließend Punkte auf der Wand zu fixieren. Er hätte auch einen Helm auf, den „3-D-Eye-Tracker“, der seine Augenbewegungen aufzeichnet (400 Aufnahmen pro Sekunde) – und das Ganze wäre ein hochwissenschaftliches Experiment für die Berliner Gleichgewichtsforscher um Andrew Clarke. „Das hört sich merkwürdig an“, sagt Clarke, „aber für uns ist das sehr sexy.“ Grundsätzlich geht es darum zu sehen, wie das Gleichgewichts- und Orientierungssystem im Innenohr, das mit den Augen verschaltet ist, reagiert, wenn man eine der wichtigsten Koordinaten, die Schwerkraft, eliminiert. Die Zellen müssen umlernen – und das wiederum gibt Aufschluss, wie Patienten zu helfen ist, die zum Beispiel durch einen Tumor ein Gleichgewichtsorgan verlieren. Foto: Mike Wolff/Text: rcf

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