Berlin : Der witzige Strich mit der Feder

se

Was ist der Unterschied zwischen einer Karikatur und einem Cartoon? Das wollte ein Journalist im vergangenen Jahr von Franz Türler wissen. Gestern lieferte der Schweizer Juwelier die Antwort: Eine Karikatur zeigt meist ohne Worte, vorwiegend Menschen und ihre Eigenarten in verzerrter oder übertriebener Art. In einem Cartoon wird das Alltägliche auf humoristische Weise dargestellt. Cartoons begleiten Türler spätestens seit der Eröffnung seiner Berliner Dependance 1993 im Haus der Schweiz, Unter den Linden. Damals rief Türler einen Cartoon-Wettbewerb ins Leben, der in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal ausgeschrieben wurde. Insgesamt 314 Teilnehmer haben seitdem 769 Arbeiten eingereicht. Allein in diesem Jahr beteiligten sich 67 studentische Nachwuchskünstler am Türler-Cartoon-Wettbewerb. Die Jury hatte aus 162 Arbeiten die besten auszuwählen. Mit dem Wettbewerb - der erste Preis ist immerhin mit 6000 Mark dotiert - fördert Türler studentische Karikatur- und Cartoon-Talente der Berliner und Potsdamer Hoch- und Fachschulen. Vor allem die Potsdamer Studenten scheinen ein Händchen für witzige Cartoons zu haben.

Immerhin kamen 1998 alle drei Sieger von Potsdamer Unis. Darunter war damals auf dem dritten Platz die diesjährige Siegerin Ulrike Suckow. Mit ihrem politischen Titel "Restaur(ation)ierung" hatte sie die Jury schnell auf ihrer Seite. Die 28-jährige Studentin des Kommunikations-Design karikiert mit ihrem Werk die nicht enden wollende Debatte um den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses. "Als ich Anfang des Jahres las, dass Gerhard Schröder beim Blick aus seinem Übergangsbüro lieber auf ein schönes Stadtschloss schauen würde, als auf den unansehnlichen Palast der Republik, musste ich das einfach karikieren", sagt die 28-jährige Potsdamer Studentin. Den zweiten Preis bekam Jan Skuratowski von der Berliner Hochschule der Künste (HdK) mit einem Cartoon des Berliner Stadtplanes mit Bonn als großem eigenständigen Bezirk direkt in der Mitte der Stadt. Drittplatzierte ist die die HdK-Studentin Regina Mischeff. Sie karikierte mit ihrer Darstellung "Hertha B. stürmt das Tor", den zwar langsamen aber steten Weg des Berliner Erstligisten Hertha BSC.Die 20 besten Arbeiten hängen von heute an bis zum 9. November in den Schaufenstern von Juwelier Türler, Unter den Linden 24.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben