Berlin : Der Zuhörer

Freiwillige in Berlin (7): Daniel Westrich arbeitet bei der kirchlichen Telefonseelsorge

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Was wäre Berlin ohne seine unzähligen Freiwilligen? Mit Sicherheit um einiges kälter, findet Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linkspartei). Zum Internationalen Tag des Ehrenamts hat sie gestern im Roten Rathaus allen Berlinern gedankt, die sich in ihrer Freizeit für andere engagieren und auf unterschiedlichste Weise „soziale Wärme“ in die Stadt bringen. Zum Beispiel, indem sie sich Zeit nehmen und anderen zuhören: Daniel Westrich hält drei Mal im Monat jeweils vier Stunden lang den Hörer in der Hand. Er ist einer von 140 Aktiven bei der „Kirchlichen Telefonseelsorge Berlin“ (Telefon: 0800 111 0 222). Das Wichtigste bei seiner Arbeit sei, nicht sofort mit klugen Ratschlägen um sich zu werfen, sagt Westrich. „Ich möchte nicht den Typen spielen, der für jedes Problem sofort eine Lösung hat.“ Stattdessen hört er erst mal zu und stellt Fragen: „Schließlich kann auch ein Ratschlag ein Schlag sein.“

Was Westrich bei seinen Telefonaten zu hören bekommt, ist nicht immer leicht zu verdauen. Viele „schwierige Beziehungskisten und viele Fälle von Einsamkeit“ sind dabei. Andere Anrufer haben Geldsorgen – „seit Hartz IV gibt es davon noch einige mehr“. Eigentlich arbeitet Westrich als Software-Entwickler, aber da fehlt ihm der Kontakt zu Menschen. „Also fing ich bei der Seelsorge an. Und das, obwohl ich privat meistens typisch männlich telefoniere: Ich beschränke mich aufs Austauschen von wichtigen Informationen.“sle

In unserer Serie stellen wir Menschen vor, die sich ehrenamtlich für das Allgemeinwohl einsetzen. Kennen Sie auch einen fleißigen Helfer? Dann schicken Sie eine Mail an ehrenamt@tagesspiegel.de.

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