• Der Zwinger am Köllnischen Park wurde heute vor 60 Jahren übergeben, gefeiert wird mit einer Festwoche

Berlin : Der Zwinger am Köllnischen Park wurde heute vor 60 Jahren übergeben, gefeiert wird mit einer Festwoche

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Den drei Bären Tilo, Maxi und Schnute vom Köllnischen Park wird heute ein besonderes Menü serviert: ein dicker Obstkuchen aus Erdbeeren, Kiwis und Weintrauben. Und mitten auf der Torte wird eine "60" zu erkennen sein, eine große Früchte-Zahl, "gezaubert" von den beiden Pflegerinnen Brigitte Kutzner und Marlis Gnad. Denn heute vor 60 Jahren wurde der Bärenzwinger eröffnet.

Das Bezirksamt und der Verein der Berliner Bärenfreunde e. V. würdigen dieses Jubiläum mit einer Festwoche. Im Haus der AOK an der Rungestraße 3-6 wird eine Ausstellung "60 Jahre Berliner Stadtbären" gezeigt. Rund 350 Dokumente aus der Zeit Ende der 30er Jahre bis zur Gegenwart sind zu sehen. Der Verein hat zudem nach sechsjähriger Forschungsarbeit eine Dokumentation zur Geschichte der Bären zusammengestellt. Darin erfährt man unter anderem, dass ein Berliner die Idee für einen Bärenzwinger hatte und 1937 in der "BZ am Mittag" den damaligen Oberbürgermeister Lippert per offenen Brief aufforderte, sich für eine Wappentier-Unterkunft in der Stadt einsetzen. Ein Jahr später wurden durch das Hochbauamt Mitte Pläne erstellt und ein altes Straßenreinigungsgebäude nahe dem Märkischen Museum umgebaut. Man trug das Dach ab, errichtete Käfige und verkleidete den Zwinger mit Rathenower Klinkern.

Am 17. August 1939 zogen die ersten vier Wappentiere - Lotte, Urs, Jule und Vreni - ein. Den Zweiten Weltkrieg überlebte allerdings nur Lotte, die dann im Zoo den Rest ihres Lebens verbrachte. Die zweite Generation zog 1949 ein. "Das war ein fleißiges Pärchen", lacht Brigitte Kutzner. Immerhin 33 Nachkommen gingen aus dieser Bärenliebe hervor, die aber als Stadtgeschenke weitergereicht wurden. In den 80er Jahren saßen noch einmal vier Bären im Zwinger, bis Taps aus "Sicherheitsgründen" in den Tierpark übersiedeln musste. "Er war zu groß geworden und wir hatten Angst, dass er rausklettern könnte", sagt die Pflegerin. Die heutigen Bewohner Tilo, Schnute und Maxi leben in einem renovierten Bärenheim mit Fußbodenheizung. Auch die Kratz- und Kletterbäume sind neu. Kein Wunder also, dass sich wieder schnell Nachwuchs einstellte. Allerdings musste schon der 94er Nachwuchs aus Platzgründen auf Nordspanien und Argentinien "verteilt" - und der umtriebige Tilo danach kastriert werden.Fütterung täglich um 12.30 Uhr. Heute um 11 Uhr gibt es im AOK-Haus ein Vortrag über Bärenkunst im Stadtbild. Weitere Führungen anlässlich der Festwoche noch bis zum 22. August täglich um 14 und 16 Uhr.

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