DER NEUBAU VON ST. PETRI : Erinnerung an Berlins Wurzeln

Im Mittelalter bestand Berlin aus zwei Städten. Auf dem südlichen Teil der Spreeinsel lag Cölln, dessen Name nur noch in „Neukölln“ fortlebt. Die sechs großen Hochhäuser auf der Fischerinsel stehen heute auf dieser Fläche. Kern von Cölln war die St.-Petri-Kirche an der Gertraudenstraße, die in den 60er Jahren zu einer stadtautobahnähnlichen Magistrale ausgebaut wurde. Zugleich wurde die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Petrikirche – es war bereits die vierte Kirche an dieser Stelle – abgerissen. Im Moment werden ihre Fundamente sowie historische Gräber von Archäologen wieder freigelegt. Die Gemeinde existiert noch, sie fusionierte 2006 mit der Kirchengemeinde St. Marien. Hans Stimmann plädiert in seinem Buch für einen Neubau der St.-Petri-Kirche, um Berlins Wurzeln und die geistigen Beziehungen zwischen Stadt und Kirche zu rekonstruieren und hier wieder einen lebendigen Stadtraum zu schaffen. Fünf Architekten haben Entwürfe vorgelegt. Es sind Diskussionsvorschläge, die „nichts vorwegnehmen, sondern zum Nachdenken und zur erhofften Revision erinnerungsloser Stadtbaukunst“ anstiften sollen, heißt es. uba

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