Berlin : Design-Ausstellung: Container-Leben

Insa Lüdtke

Nach einer Station in Hamburg ist die Wanderausstellung "Karawanserei, vom fröhlichen Leben unterwegs" bis zum 11. September in Berlin zu sehen. Das Stilwerk zeigt Ideen für mobile Wohn- und Arbeitsstation als Antwort auf das Arbeitsleben im 21. Jahrhundert. Statt im Möbelgeschäft in der Kantstrasse, ist die Schau an der Oranienburger Straße geöffnet.

Wer heute beruflich zwischen New York, Rio oder Tokyo pendeln muss, findet meistens das uniforme Büro und ein anonymes Hotelzimmer vor. Im Zuge eines Ideenwettbewerbs gestaltete der Designer Otto Fröhlich aus Lörrach eine Alternative. "Ich will den Leuten zeigen, dass sich Mobilität und Individualität nicht ausschließen müssen", sagt er. Dafür stapelte er drei Überseecontainer übereinander und brachte auf den insgesamt 36 Quadratmetern Arbeits- sowie Wohnbereiche unter. "Der moderne Nomade kann so ein Stück zu Hause wie in einem Koffer überall hin mitnehmen", sagt Andrea Möller vom Stilwerk.

Die lästige Wohnungssuche entfiele. Konventionelle Transportmittel wie das Schiff, die Eisenbahn oder der LKW ermöglichen den problemlosen Umzug der Blechbehälter zum nächsten Standort. Lediglich die Fläche von zwei Parkplätzen benötigt die mobile Privatinsel. Im unteren Geschoss findet der Besucher eine offene Wohnküche, Toilette und einen Konferenzbereich. Über das außenliegende Treppengerüst gelangt man in einen multifunktionalen Raum. Vorne bilden ein Stehtisch mit Hocker das Büro, in der Mitte bieten stapelbare Schubladenelemente Stauraum, dahinter ist der Duschbereich untergebracht. Der Raum darüber wirkt dagegen fast leer. Lediglich eine Liegefläche lädt zur Entspannung ein und lässt den nur sechs mal 2,50 Meter großen Raum überraschend großzügig erscheinen.

Bei der Umsetzung der Gestaltungsaufgabe hat Fröhlich auf Neukonstruktionen verzichtet. Die Räume hat er nur mit handelsüblichen Klappstühlen, Lampen und Stapelboxen eingerichtet. "Ich will auch den Mann auf der Straße für Design interessieren", sagt Fröhlich, "und zeigen, dass meine Idee bereits heute machbar ist." Allerdings gab es bei der Realisierung des Prototyps dennoch Schwierigkeiten. Eigentlich war nämlich zunächst der Wittenbergplatz als Standort für die Ausstellung vorgesehen. Das Bauamt hatte aber eine Baustelle in der Planung übersehen.

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