Berlin : Deutsch-türkische Hoffnungen

Der Türkische Bund zeichnete Nachwuchssportler aus

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Beim Neujahr und Opferfestempfang des Türkische Bundes (TBB) wurden Mittwochabend erfolgreiche türkischstämmige Sportler geehrt werden. Allerdings wurde der Begriff nicht allzu eng gesehen. Denn im Ballsaal des Hotels Mercure in Neukölln fielen auch Namen, die sich gar nicht türkisch anhörten: der Nicole Scherbs zum Beispiel, der Karatekämpferin. Ihr Trainer Veysel Bugur hat schon viele Meistertitel, also lag es nahe, seine 15-jährige Schülerin zu ehren. Die 13- und 16-jährigen Schwimmer Engin und Serkan Kayaerscheinen erschienen gemeinsam, um von Sportsenator Klaus Böger ihre Urkunden entgegen zunehmen. Unter den 300 geladenen Gästen waren auch Innensenator Ehrhart Körting (SPD) und Landessportbundes-Präsident Peter Hanisch. Sie konnten sehen, welche „türkischstämmigen“ Sporthoffnungen in Berlin noch so heranwachsen. Aber auch bei der Dressurreiterin Phyllis Lübke musste erst nachgefragt werden, was an ihr so türkisch ist. Heraus kam, dass sie eine türkische Mutter hat und eigentlich Filiz heißt.

„Ich sehe, dass die Integration von Türken weit vorangeschritten ist“, sagte der türkische Generalkonsul von Berlin, Aydin Durusoy, in seinem Grußwort. Ein Beispiel ist die Tennisspielerin Aylin Yavuz (15). Die Berliner Meisterin erzählte, dass ihr Vater im Alter von neun Jahren aus der Türkei nach Berlin kam. Ihre deutsche Mutter ist gerade mal so alt, wie die Gülsen Degener. Die 34-jährige Billardspielerin zog mit ihrem deutschen Ehemann vor sieben Jahren von Istanbul nach Berlin und war die Einzige, die zumindest im Sport echte türkische Wurzeln hat. Für die Türkei holte sie 2002 den Titel der Europameisterin, und sie ist auf Platz drei der Weltrangliste. „Dort verdiene ich mehr Geld und bekomme mehr Beachtung“, sagte sie.

Kickboxerin Tülay Turan ist dagegen schon seit fünf Jahren Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft. Die Polizeibeamtin schaffte bei der Weltmeisterschaft 2001 den dritten Platz. suz

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