Deutsche Bahn : Ohne Umsteigen nach Kopenhagen

Zum heutigen Fahrplanwechsel schafft die Bahn eine ICE-Direktverbindung. Ansonsten ändert sich wenig. Außer den Fahrpreisen, die das zweite Mal in diesem Jahr anziehen.

Klaus Kurpjuweit

Nach einer Pause von gut zwölf Jahren fahren mit dem heutigen Fahrplanwechsel wieder Züge direkt von Berlin nach Kopenhagen. Doch obwohl die Bahn auf dieser Strecke einen ICE einsetzt, dauert die Fahrt mit knapp sieben Stunden fast so lang wie einst mit dem „Neptun“ der DDR-Reichsbahn. Dieser fuhr in Warnemünde auf die Ostseefähre, der ICE dagegen fährt über Hamburg und Puttgarten auf Fehmarn gen Kopenhagen. Vorläufig gibt es nur eine Direktverbindung täglich.

Die Bahn baut dafür eigens zehn Diesel-ICE um, die vorher mehrere Jahre abgestellt waren, obwohl sie erst 2001 angeschafft worden waren. Pro Zug musste die Bahn rund eine Million Euro investieren, um den ICE tauglich für das dänische Signalsystem zu machen. Ökologisch umstritten ist, dass der dieselgetriebene ICE bis Hamburg und später sogar bis Lübeck zwar unter einer Oberleitung fährt, die Bahn den Vorteil elektrisch angetriebener Züge dort aber nicht nutzt.

Mehr Plätze gibt es von heute an in der meist gut besetzten 1. Klasse zwischen Berlin und Hamburg. Alle zwei Stunden fährt hier ein modernisierter ICE 1, der mehr Sitze in der 1. Klasse hat als die bisher eingesetzten ICE-T-Einheiten. Häufiger umsteigen müssen dagegen Fahrgäste, die nach Bonn wollen, weil die Bahn hier zahlreiche Direktverbindungen gestrichen hat.

Die Fahrt nach Kopenhagen gibt es zum Sonderpreis ab 39 Euro, generell hat die Bahn aber die Preise im Fernverkehr zum Fahrplanwechsel erhöht. Im Nah- und Regionalverkehr steigen die meisten Preise dagegen erst vom 1. April 2008 an.

Neu ist eine direkte Busverbindung aus Lichterfelde-Süd über Steglitz zum Hauptbahnhof mit dem M 85. Diese Busse endeten bisher bereits am Rathaus Steglitz. Dafür entfallen zwischen Rathaus Steglitz und Potsdamer Platz die Verstärkerfahrten der Linie M 48. Und die Linie M 41 fährt in Zukunft durch den Tiergartentunnel zum Hauptbahnhof. Weil dort die neue Endhaltestelle nicht rechtzeitig fertig geworden ist, gibt es zunächst nur eine provisorische Haltestelle auf dem Reisebusparkplatz an der Invalidenstraße. Zudem benennt die BVG einige Haltestellen um.

Im Regionalverkehr übernehmen private Unternehmen den Betrieb auf mehreren Strecken. Zwischen Wannsee und Jüterbog, wo es heute Freifahrten gibt, sowie zwischen Brandenburg/Havel und Rathenow setzt die Märkische Regiobahn in jedem Zug einen Kundenbetreuer ein, der ohne Aufpreis auch Fahrscheine verkauft.

Im Nord-Süd-Tunnel mit den Zubringerzügen des Regionalverkehrs zum Hauptbahnhof gibt es weiterhin große Abstände zwischen den Zügen mit Wartezeiten von fast einer dreiviertel Stunde. Einen Zubringerverkehr zum Hauptbahnhof im Abstand von 20 Minuten von den Stationen Gesundbrunnen und Südkreuz will der Senat auch weiterhin nicht finanzieren.

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