Berlin : Deutsche Leitkultur: Christliches Abendland statt Multikulti

Ulrich Zawatka-Gerlach

Die Berliner CDU trägt den umstrittenen Begriff der "deutschen Leitkultur" mit. Dazu gehöre "ein Wertekonsens christlich-abendländischer Prägung als Gegensatz zur multikulturellen Gesellschaft und Wertebeliebigkeit", steht in einem Antrag, der vom CDU-Landesparteitag heute voraussichlich beschlossen wird. Die kulturelle Vielfalt und der Dialog zwischen den Kulturen, "gerade hier, in der weltoffenen Metropole Berlin", sei zu begrüßen, aber: die CDU wehre sich entschieden gegen multikulturelle Parallelgesellschaften.

Der Antrag kam auf Initiative der Jungen Union zustande und wurde, in geänderter Fassung, von der Antragskommission des CDU-Vorstands zur Annahme empfohlen. Gegenwärtig versuche die politische Linke,"Begriffe und Diskussionen mit Tabus zu belegen", schrieb der CDU-Landesvorsitzende Eberhard Diepgen in einem Grußwort an die Delegierten und an 1304 Neumitglieder, die seit Juli geworben wurden und als Gäste auf dem Parteitag im ICC mit diskutieren dürfen. Wer wie die SPD auf rot-rote Zusammenarbeit setze, so Diepgen, grenze die Mehrheit der Bevölkerung aus. "Nur in der Mitte liegt die Zukunft! Mit Radikalen von rechts und links ist kein Staat zu machen."

Der Landesparteitag werde eine "möglichst offene" Grundsatz- und Wertediskussion führen, kündigte CDU-Generalsekretär Ingo Schmitt an. Das Motto der Veranstaltung: "Hauptstadt Mitte." Hauptrednerin wird die CDU-Parteivorsitzende Angela Merkel sein. An der Demonstration gegen den NPD-Aufmarsch in der Berliner City nimmt die CDU nicht teil. Es sei "nicht sachgerecht, jede Aktion der Rechtsextremisten mit Gegenaktivitäten zu beantworten", sagte Schmitt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar